80 Tiere – doch kein Krokodil

SAARBURG. Artisten, Jongleure, Feuerschlucker und was sonst zu einem Zirkus gehört, scheinen kaum noch jemanden aus dem Haus zu locken. Oder lag es am Schwimmbadwetter, dass sich zur Samstagsvorstellung des Zirkus "Sarrani" nur 30 Besucher nach Saarburg "verirrten"?

Es war eine traurige Vorstellung: Lediglich rund 30 Zuschauer hatten sich am Samstagnachmittag bei strahlendem Sonnenschein auf den Weg nach Saarburg gemacht, um Zirkusluft zu schnuppern. Am Rand der kleinen Manege hatten sie sich versammelt, um der Dinge zu harren, die da kommen sollten. Immerhin hatten die Plakate, die überall in der Stadt anzutreffen waren, Großes angekündigt: Artistik, Clownerie, Comedy und insgesamt 80 Tiere, darunter - eigens zur Fußballweltmeisterschaft - ein kickender Schimpanse. Außerdem sollten sogar Tiger und ein Krokodil zu sehen sein, wie Zirkus-Chef Freddy Bügler im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund verriet. Dass sich nur 30 Zuschauer - rund die Hälfte waren Kinder - in dem 300-Personen-Zelt aufhielten, war für den kleinen Zirkus aus der Nähe von Kaiserslautern gewissermaßen ein Erfolg, denn die Premiere am Freitag war mangels Publikum bereits ausgefallen. Kein Wunder also, dass Zirkusdirektor Bügler, der sich in der Manege "Freddy Sarrani" nennt, fast gebetsmühlenartig erklärte: "Unser Zirkus stirbt, wenn das Publikum ausbleibt." Insgesamt rund zwei Stunden dauerte die Show inklusive 15 Minuten Umbaupause, die ein Großteil der Zuschauer nutzte, um die Zirkustiere zu besichtigen. Allerdings: Von einem Krokodil und Tigern fehlte weit und breit jede Spur. Stattdessen gab es - auch während der Vorführung - Pferde, Esel, Lamas, Hunde und sogar einen Affen zu sehen, wenngleich es sich dabei nicht um einen Schimpansen, schon gar nicht um einen Fußball spielenden Verwandten des Menschen handelte. Außerdem waren ein Jongleur, ein Artist, der auf einem Turm aus Stühlen seine Kunststücke vollführte, ein Feuerschlucker, eine Seilakrobatin und eine Hula-Hoop-Artistin zu bewundern.Chef wirft mit Messern

Zirkus-Chef Bügler betätigte sich als Messerwerfer und Dompteur. Auch ein - wohl aufgrund des eher müde erscheinenden Publikums nur wenig motiviert wirkender - Clown ("Peppo") fehlte nicht. Obwohl nicht alle Erwartungen, die die bunten Plakate geweckt hatten, erfüllt wurden, so hatten doch alle, insbesondere die kleinen Zuschauer, ihren Spaß. Dass die meisten der etwa 15 Mitwirkenden streckenweise etwas gelangweilt wirkten, ist im Hinblick auf das kleine Publikum beinahe verständlich. Von Donnerstag, 15. Juni, bis Sonntag, 18. Juni, gastiert der Zirkus in Mettlach.