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800 Tawerner feiern bei der Abrissparty in der alten Turnhalle

800 Tawerner feiern bei der Abrissparty in der alten Turnhalle

Ihre Tage sind gezählt. Jetzt haben die Tawerner in ihrer 35 Jahre alten Turnhalle am Sportplatz noch einmal richtig abgerockt, bevor sie abgerissen und durch einen Neubau ersetzt wird. Die Kultband Klimaschock, Attila und Eight on Stage ließen es krachen.

Tawern. "Reiß die Hütte ab", der Hit von Micky Krause passte aus dem Munde von Klimaschock-Sänger Christian Kaiser so richtig zum Anlass: Rund 800 Fans sind zur Abrissparty in die Tawerner Turnhalle gekommen. 400 von ihnen hatten im Vorverkauf schon vorgebucht.
Drei Generationen von Freunden richtig kerniger Rockmusik haben gemeinsam mit den Bands Klimaschock, Attila und Eight on Stage getestet, was die 35 Jahre alte Turnhalle noch so an Schalldruck aushält. Der inzwischen marode Bau für Kultur und Sport soll durch eine neue Halle ersetzt werden.
Alle drei Bands aus der Region interpretieren bekannte Hits auf ihre eigene Weise. Der ehemalige Ortsbürgermeister Josef Weirich hatte die Kontakte hergestellt. Er sieht in Klimaschock eine echte Kultband: "Die begannen 1995 mit der Neuen Deutschen Welle, und das Publikum reifte mit ihnen." Die Halle werde aber nicht sofort abgerissen, denn der Sportbetrieb laufe ja noch weiter, bis die Abrissbirne kommt.
Einen guten Zweck erfüllt der Bau zuguterletzt doch noch: Der Erlös des lautstarken Rockabends ist für neue Tische und Stühle im Bürgerhaus bestimmt. Derzeit wird an der Summe noch gerechnet. "Mal sehen, wie viel getrunken wird", sagte Weirich dem TV.
Für viele, auch nicht mehr ganz so junge Fans, ist die Turnhalle mit etlichen Erinnerungen verbunden. Gut und gerne 20 solcher Veranstaltungen hat Benjamin Geipel schon erlebt. Der 27-Jährige hilft seit vielen Jahren bei der Planung und Durchführung mit: "Das ist zwar viel Arbeit, aber es hat immer Spaß gemacht." Es sei ein schwerer Abschied, aber in den letzten 35 Jahren haben vor allem das Dach und der Boden schwer gelitten. "Eigentlich passt sonst alles für einen solchen Abend", meint Geipel.
"Das Konzert der Karnevalsband De Höhner aus Köln 2004, da kam man sich vor wie in einer großen Stadt", erinnert sich Monika Lonsdorf noch gut. Die 54-Jährige hält eine Halle dieser Größe in Tawern für sehr wichtig, denn: "Hier kommen Kultur und Sport unter einem Dach zusammen."
Bei einem solchen Ereignis sitzt Ortsbürgermeister Thomas Müller selbstverständlich an der Kasse und freut sich: "Das hier ist Tawern pur. 40 Leute aus den Vereinen helfen mit." Auch der Ortschef erläutert, dass es mit der alten Halle noch nicht direkt vorbei sei: "Der Abriss muss ja erst mal ausgeschrieben werden." doth