Abfallentsorger weiter auf Standortsuche

Abfallentsorger weiter auf Standortsuche

Der Zweckverband Abfallwirtschaft im Raum Trier (ART) hat beschlossen, sowohl ein Grundstück in Trier-Nord als auch Flächen auf der Gemarkung Mertesdorf als möglichen künftigen Standort zu erwerben. Wo letztlich gebaut wird, sollen Gutachten entscheiden.

Trier/Mertesdorf. (f.k.) Verwaltung und Fuhrpark des Zweckverbandes ART sind zurzeit noch auf einem städtischen Gelände in Trier-Süd untergebracht. Da die Stadt dort eine Wohnbebauung plant, müssen die Abfallentsorger bis spätestens 2019 weichen (der TV berichtete). Auf der Suche nach einem neuen, rund 20 000 Quadratmeter umfassenden Gelände kamen ein Grundstück an der Metternichstraße in Trier-Nord sowie Flächen auf der Gemarkung Mertesdorf in die engere Wahl.

Über die Standortfrage herrschte zwischen den beiden ART-Eignern, der Stadt Trier und dem Kreis Trier-Saarburg, bisher keine Einigkeit. Jede Seite sähe den Unternehmenssitz gerne auf ihrem Territorium - schon wegen der Gewerbesteuer (TV vom 23. Oktober). Bei der Mertesdorfer Bevölkerung stößt wiederum ein mögliches ART-Betriebsgelände in der Nachbarschaft nicht auf ungeteilte Zustimmung. In Teilen regt sich dort deutlicher Widerstand.

Am Mittwoch entschied sich die Verbandsversammlung in ihrer Sitzung zum vorsorglichen Kauf beider Flächen. Die Zeit drängte, denn nur noch bis Jahresende besitzt die ART das Vorkaufsrecht für das Ex-Franzosen-Gelände an der Metternichstraße. Die Entscheidung fiel in nichtöffentlicher Sitzung.

Nach einer TV-Anfrage bei Verbandsvorsteherin Simone Kaes-Torchiani bestätigte ART-Geschäftsführer Max Monzel den Beschluss. Wie Monzel erklärte, sollen nach den Grundstückkäufen drei Gutachten klären, welcher Standort sich optimal für den ART eignet. Zu prüfen seien die logistischen Vor- und Nachteile der Standorte für den Betrieb der Sammel-LKW, die bautechnischen Voraussetzungen der Flächen sowie mögliche Synergieeffekte. So könnte ein Standort Metternichstraße auch von städtischen Einrichtungen mitgenutzt werden. Anderseits könnten sich für die ART in Mertesdorf Vorteile durch die dort bereits vorhandenen Anlagen ergeben.

Für den Fall, dass in Mertesdorf gebaut werde, erhalte die Stadt Trier ein Vorkaufsrecht für das Grundstück Metternichstraße. Im anderen Fall gehe die Mertesdofer Fläche entweder an ihre derzeitigen Eigentümer zurück oder an die Ortsgemeinde.

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