Abgetrennte Finger auf dem Schreibtisch des Bürgermeisters

Lampaden · Eine Gebiets-Reform, die alle bisherige Selbstständigkeit ad absurdum führt? "Nicht mit mir! Ich werde es verhindern", sagt sich die Hauptfigur im neuen Krimi des in Lampaden lebenden Autors Hannes Wildecker alias Hans Muth, der auch Mitarbeiter des Trierischen Volksfreunds ist. Vor dem Hintergrund der Gebiets-Reform des Landes Rheinland-Pfalz entstand sein 8. Roman "Mords-Reform".

Lampaden. Hunsrück-Autor Hannes Wildecker hat vor dem Hintergrund der beabsichtigten Gebiets-Reform des Landes Rheinland-Pfalz seinen jetzt erschienenen Kriminalroman "Mords-Reform" veröffentlicht. Zentrum der mit einem Augenzwinkern betrachteten verbrecherischen Geschehnisse ist dabei die Verbandsgemeinde Forstenau mit ihrem fiktiven Amtssitz, dem Ort Forstenau. "Obwohl die Reform auf 2019 verschoben wurde, hängt das Damokles-Schwert weiterhin über den Gebieten von Rheinland-Pfalz", sagt Hannes Wildecker.
Und: "Daraus einen Kriminalroman zu spinnen, bietet sich geradezu an. Die angestrebte Reform hat Befürworter, aber auch Gegner. Dabei stehen besonders vermeintliche Nachteile in finanzieller und organisatorischer Hinsicht im Vordergrund. Auch die Gefahr, bei einer Fusion künftig das fünfte Rad am Wagen zu sein, ruft zahlreiche Gegner auf den Plan."
Erpressungsversuch


Im Krimi, der mit einer gehörigen Portion Satire versehen ist, will ein Psychopath mit allen Mitteln verhindern, dass es zu dieser Reform kommt. Es beginnt damit, dass nach einem ignorierten Erpressungsversuch auf dem Schreibtisch des Bürgermeisters Walter Anders abgetrennte Finger als Druckmittel landen. Diese stammen von Kommunalpolitikern der Verbandsgemeinde, welche sich für eine Fusion ausgesprochen haben. Als dann noch ein Mord geschieht, steht die Verbandsgemeinde kopf.
Personen sind frei erfunden


Zufällig sind zur gleichen Zeit zwei Beamte des Ministeriums im Rathaus vorstellig und werden direkt mit der Angelegenheit konfrontiert. Bürgermeister Walter Anders: "Und Sie, meine Herren, Sie dürfen sich das hier ruhig auch einmal ansehen", wandte er sich forsch an die beiden Beamten des Ministeriums. "Sie sitzen mit mir im selben Boot und können sich nicht mehr aus der Affäre ziehen.
Es ist ihre Reform, nicht die meine", keuchte er vor Aufregung. "Glauben Sie, ich wollte diese … diese … unnötige Gebietsveränderung?") An dieser Stelle weist Hannes Wildecker ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei dem vorliegenden Werk um einen Roman handelt. "Personen, die darin vorkommen, - darunter fallen auch Würdenträger, Kommunalbeamte und Ehrenamtliche - , sind frei erfunden."
Den einzelnen Buchkapiteln vorangestellt sind Ausschnitte aus dem Trierischen Volksfreund, die den Leser über den Verlauf der geplanten Reform in der Region von 2008 bis heute informieren. red
Mords-Reform, 354 Seiten, Preis: 10 Euro, Verlag S.MO.
Die erste Buchvorstellung hat am Freitag in der Stadtbibliothek in Saarburg stattgefunden. Sie wurde ausgerichtet von der Vereinigung Literatur on tour Saar-Hunsrück.