Abriss der Wellener Moselbrücke auch ohne Sprengung im Zeitplan

Abriss der Wellener Moselbrücke auch ohne Sprengung im Zeitplan

Die Abrissarbeiten an der Moselbrücke zwischen Wellen und Grevenmacher (Luxemburg) sind in vollem Gange: Die Pfeiler sollen bald fallen. Pendler, die über die Wincheringer Brücke ausweichen müssen, beschweren sich morgens zum Teil über Wartezeiten von bis zu einer Stunde.

Während sich Tausende Luxemburg-Pendler über morgendliche Staus ärgern, haben die luxemburgischen und belgischen Straßenbauarbeiter, die an der Wellener Grenzbrücke zu Gange sind, andere Sorgen. Um Platz für die neue Brücke zu schaffen, muss das alte Bauwerk aus dem Jahr 1955 zunächst abgerissen werden. Und damit es schneller geht, sollten eigentlich zwei der vier Brückenpfeiler gesprengt werden, erläutert Gilles Didier vom luxemburgischen Straßenbauamt. "Diesen Plan hat uns aber das Hochwasser zunichtegemacht." Für die Sprengladungen hätten Löcher in die Fundamente der Pfeiler gebohrt werden müssen. Das sei unmöglich gewesen, erklärt Didier. Nun müssten auch diese Pfeiler von einem Baggerschiff abgetragen werden. Diese Methode führe nicht zu Verzögerungen, sagt Didier.Zeitfenster für Pfeilerabriss


Die Fahrbahn soll spätestens am heutigen Mittwoch komplett verschwunden sein. Die Pfeiler im Fluss sollen während der jährlichen Moselsperre vom 4. bis zum 11. Juni fallen. Wegen Instandsetzungsarbeiten sind die Wasser- und Schifffahrtsämter Trier und Koblenz jedes Jahr für kurze Zeit gezwungen, die Moselschleusen zu sperren, so dass für acht Tage keine Schiffe auf dem Fluss fahren dürfen. Dieses Zeitfenster nutzen die Bauarbeiter, um die vier Pfeiler der Moselbrücke zu beseitigen.

Darauf folgt die Montage der neuen Brücke, die bereits für August geplant ist. Schwertransporter und Frachtschiffe haben schon vorgefertigte Teilstücke an die Mosel transportiert. Im luxemburgischen Hafen Mertert sollen riesige Einzelteile zum Metallbogen der Brücke zusammengeschraubt werden. Das gigantische Teil reicht später von Ufer zu Ufer. Über die tragende Rundung sollen später sowohl von deutscher als auch von luxemburgischer Seite aus die Fahrbahnteile geschoben werden, erklärt Didier.

Bis Mitte Oktober in Wellen wieder die ersten Fahrzeuge die Mosel queren dürfen, müssen Autofahrer noch mit erheblichen Verkehrsbehinderungen rechnen. Die 15 000 Fahrzeuge, die sonst zwischen Wellen und Grevenmacher unterwegs sind, legten die Ausweichstrecken wie die Wincheringer Brücke mehrmals lahm. Auch auf benachbarten Straßen führten die Pendler Staus auf die Brückensperrung zurück. "Von Mertert bis Trier geht nichts mehr" oder "Wir stehen von Mertert bis Zewen! Das gleiche Bild sieht man morgens in die andere Richtung", schrieben zum Beispiel Pendler in einer Gruppen des sozialen Netzwerks Facebook, die sich mit Verkehrsproblemen in der Region beschäftigt.

Alain Engelhardt, Regionaldirektor der Polizei in Grevenmacher, zieht eine vorsichtige Zwischenbilanz: "Wir haben morgens am Wincheringer Kreisel und abends von der Autobahn zur Brücke nach Wormeldange zum Teil Rückstaus beobachtet. Insgesamt war das Verkehrsaufkommen, was Wormeldange angeht, aber niedriger als erwartet." Bis Oktober müssen Autofahrer wohl oder übel längere Wartezeiten auf den Ausweichstrecken in Kauf nehmen. Markus Kohl, Leiter der Polizeiinspektion Saarburg: "Wir können Staus um die Wincheringer Brücke nicht verhindern."Extra

Alternative für den Weg über die Mosel: Die Fähre von Oberbillig nach Wasserbillig hat nach dem Hochwasser wieder ihren normalen Betrieb aufgenommen. Sie fährt montags bis freitags von 7 bis 20 Uhr und samstags, sonn- und feiertags von 9 bis 20 Uhr. Sobald der Moselpegel über sechs Meter ist, stellt die Fähre den Betrieb ein. Aktuelle Infos gibt es im Internet unter www.oberbillig.deVerkehrsführung in Wormeldange: An der Brücke in Wormeldange ist laut der luxemburgischen Polizei die Beschilderung ergänzt worden, weil die Verkehrsführung am Anfang teilweise verwirrend war. Polizei-Regionaldirektor Alain Engelhardt stellt klar: Nur Lastwagen dürften von Deutschland kommend auf luxemburgischer Seite nicht rechts abbiegen. Normale Autos dürften in beide Richtungen fahren. cmk

Mehr von Volksfreund