Abriss eine Pflegetrakts und Neubau von Servicewohnungen des Deutschem Roten Kreuzes in Karthaus

Kostenpflichtiger Inhalt: Deutsches Rotes Kreuz investiert : Viel Lärm um ein Großprojekt in Konz

34 Servicewohnungen baut der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes in Karthaus. Dazu muss ein ehemaliger Pflegetrakt abgerissen werden. Das schmeckt den Anwohnern nicht so richtig.

Das Deutsche Rote Kreuz investiert zurzeit kräftig im Konzer Viertel Karthaus. Der Landesverband hat im vergangenen Jahr ein neues Seniorenheim eröffnet. Der Kreisverband reißt seit mehreren Wochen den ehemaligen Pflegetrakt des alten Seniorenheims ab, um Platz zu schaffen für den Neubau eines Gebäudekomplexes, der künftig 34 barrierefreie Service-Wohnungen beherbergen soll. Die Mieter dieser Wohnungen können Leistungen des DRK hinzubuchen – vom Mittagessen bis zur Pflege-Vollversorgung.

Bis es voraussichtlich im Mai 2021 so weit ist, prägt eine Baustelle die Szenerie. Bei den Abrissarbeiten im September und Oktober war die Staub- und Lärmentwicklung aus Sicht der Nachbarn teilweise so heftig, dass sich die Anlieger in der angrenzenden Klosterstraße beim TV gemeldet haben.


Die Anwohner Dort leben zum Beispiel Jochen und Brigitte Schulz sowie Herta Pregler in einem Mehrfamilienhaus. Die Baustelle sei sehr laut und staubig, sagen sie. Und der Balkon der Schulzes ist tatsächlich beim Vor-Ort-Termin von einer dicken Staubschicht überzogen. Neben dem aktuellen Baulärm stören sie sich daran, dass schon wegen des Seniorenheims Bäume gefällt und nicht neu gepflanzt wurden. Dadurch sei auch der Lärm von der Bahnstrecke lauter als früher. Nicht zuletzt sei der Klosterpark weg, den sie früher vom Schlafzimmerfenster aus gesehen haben. Nun blicken sie von dort auf den Hinter- und Zulieferereingang fürs Seniorenheim.  Hinzu komme, dass zurzeit der Anlieferverkehr für das Seniorenheim nicht mehr von der Brunostraße auf das DRK-Gelände führt, sondern über die Klosterstraße, die bisher eine Sackgasse war. „Jetzt fahren hier morgens zwischen 6.30 und 9 Uhr Lastwagen entlang“, sagt Jochen Schulz. Früher seien er und seine Frau vom Vogelzwitschern geweckt worden, heute sei es das Rattern von kleinen Metallkarren. Er fordert vom DRK, dass zum Beispiel eine Hecke am Nachbargrundstück gepflanzt werde – so wie es laut Schulz auf einem Bauschild zu sehen gewesen ist.


DRK-Kreisverband DRK-Kreisgeschäftsführer Michael Decker beschreibt im Gespräch mit dem TV, wie es weitergeht mit der Baustelle. Der Abriss dauere voraussichtlich bis zum 6. Dezember, sei aber möglicherweise schon Ende November abgeschlossen. „Die schlimmsten Arbeiten sind vorbei“, verspricht er. Die Abrissbirne oder die -zange würden beispielsweise nicht mehr eingesetzt. Lärm und Staub seien nicht komplett vermeidbar. Allerdings sei versucht worden, Lärm und Staub zu minimieren. Dazu seien extra Zäune und Matten eingesetzt worden. Zudem sei an den Tagen ohne Regen extra Wasser versprüht worden, um die Staubentwicklung beim Abriss einzudämmen.

Decker betont, dass die Anwohner im Vorfeld zur Information zweimal angeschrieben worden seien. Zudem werde die Klosterstraße nur während der Bauarbeiten bis Mai 2021 als Zufahrt genutzt. „Man muss diese Durststrecke überwinden“, sagt er und verspricht: „Dann kommt da ein Schmuckstück hin.“ Die Landes- und Kreisverbände des DRK trügen durch eine Gesamtinvestition von rund 18 Millionen Euro dazu bei, dass es eine schöne Nachbarschaft werde.


DRK-Landesverband Allein das Seniorenheim des DRK-Landesverbandes hat rund 9,4 Millionen Euro gekostet. Sascha Frischmuth, Pressesprecher des Landes-DRK, erklärt: „Wir bedauern es sehr, dass es in Folge der Bauarbeiten des DRK-Kreisverbandes Trier-Saarburg zu Lärm kommt. Sobald der eigentlich vorgesehene Zugang an der Brunostraße – der derzeit durch die Baustelle blockiert ist – wieder durch Fahrzeuge befahrbar ist, wird dieser von unserer Seite auch verwendet.“ Grundsätzlich fühle sich das DRK in Konz gut aufgehoben. Deshalb investiere die Organisation gerne vor Ort. Frischmuth betont: „Mit unseren Investitionen sorgen wir für eine Wertsteigerung des Gebiets, schaffen Arbeitsplätze und geben den Menschen in der Region ein Angebot, mit dem sie auch im höheren Alter oder bei Pflegebedürftigkeit vor Ort eine zukunftssichere Perspektive bekommen.“ In Bezug auf die Frage der Anwohner nach einer deutlicheren Abtrennung zu den Nachbarn sagt Frischmuth, dass das von DRK-Seite nicht geplant sei.

Der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes hat den ehemaligen Pflegetrakt seines Seniorenheims abgerissen. Foto: Jochen Schulz

Was auf dem Bauschild abgebildet gewesen sei, wisse der Landesverband nicht mehr. „Falls es in Folge der Abbildungen auf dem Bauschild zu Missverständnissen mit den Anwohnern gekommen ist, dann bedauern wir das.“

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