Abschied nach 28 Jahren

Als Franz Thömmes mit 28 Jahren das Amt des Naurather Wehrführers übernahm, konnte er sich wohl kaum vorstellen, dass er diese Verantwortung erst nach 28 Jahren wieder abgeben würde. Nun ist es soweit.

Naurath. (urs) Bei der Freiwilligen Feuerwehr Naurath hat ein Generationswechsel stattgefunden. Im Sommer hat die Wehr ihren Wehrführer Franz Thömmes nach 28 Jahren verabschiedet und dessen Nachfolger Lothar Adams ernannt. Für den 56-jährigen Thömmes hat damit ein neuer Lebensabschnitt begonnen. Denn bisher hat die Feuerwehr sein Leben bestimmt: "Wenn man bei uns so ein Pöstchen hat, dann behält man es auch."

Als er sich mit 18 Jahren für den Feuerwehrdienst entschieden hatte, war das keine großartige Sache: "Bei uns im Dorf war das halt so - da gibt es ja sonst keinen Verein." Abgesehen vom Sportverein natürlich, einer Spielgemeinschaft mit Büdlich und Breit. Dass er den mit 28 Jahren übernommenen Posten des Wehrführers dann für 28 Jahren innehaben würde, war an und für sich nicht geplant. Es habe sich eben keiner gefunden, erklärt Thömmes.

Denn bis vor wenigen Jahren hatte die Wehr ein Nachwuchsproblem, was sich erst nach Gründung einer Jugendwehr vor sechs Jahren änderte. So war noch im Frühjahr ein 36-Jähriger der jüngste Aktive. Im Sommer wurde dann aber ein halbes Dutzend junger Feuerwehrmänner verpflichtet. "Jetzt habe ich die ersten Früchte geerntet", freut sich Thömmes über das erfolgreiche Engagement für den Naurather Nachwuchs, der momentan aus mehr als 50 Kindern unter 18 Jahren besteht.

Obwohl ihn so viel mit der Wehr verbindet, fällt ihm der Abschied vom Amt nicht schwer. Der Vater zweier Kinder und dreifache Großvater findet es vielmehr gut, mehr Zeit für die Familie und auch für sich zu haben. Schließlich war er von 1993 bis 2006 auch stellvertretender Wehrleiter der Verbandsgemeinde Hermeskeil und 14 Jahre Sicherheitsbeauftragter. "Da waren Wochen, in denen ich keinen Abend zu Hause war", erinnert er sich. Aber auch andere setzten sich für die Wehr ein. So machen laut Thömmes etwa die Frauen der Feuerwehrleute sehr viel. Bei Aktionen wie dem Bobby-Car-Rennen engagierten sie sich "ohne Ende".

Ein herausragendes Ereignis in den 28 Jahren als Wehrführer war für Thömmes 1994 der Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses. Das sei so ein "richtig schönes schmuckes Häuschen", trauert er dem maroden Vorgänger nicht nach. Zwei Jahre später hat es dann auch geklappt mit dem neuen Feuerwehrfahrzeug. Nur das für diesen Fall angekündigte Aufhören als Wehrchef hat sich wegen des Nachwuchsmangels hinausgezögert.

Wie dringend die Feuerwehren gebraucht werden, haben die Naurather erst dieses Jahr wieder erlebt. Bei einem Großbrand, von dem eine ganze Häuserzeile mitten im Dorf betroffen war, waren 18 Wehren im Einsatz. Glücklicherweise sei in Luxemburg Feiertag gewesen, ist sich Thömmes der wertvollen Soforthilfe der vielen Pendler in der Wehr bewusst. Allerdings habe sich auch gezeigt, was ein Feuerwehrfahrzeug mit Wasser wert sei. Denn noch hat Naurath lediglich eines ohne Wasser - ein neues ist aber bereits genehmigt.

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