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Abschied von einem Schulleiter, der gestaltet hat

Abschied von einem Schulleiter, der gestaltet hat

Ideen, Erweiterung, Toleranz: 25 Jahre hat Rainer Kramer als Schulleiter das Gymnasium Saarburg geprägt. Nun geht er in die Rente und wird von Raimund Leibold abgelöst. Der Abschied von Kramer ist vorher noch mit Sang und Klang gefeiert worden.



Saarburg. "Ein Abschied ist keine freudige Veranstaltung", stellt der Leiter der Schulabteilung bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier, Klaus-Günter Süssmann fest, als er dem scheidenden Leiter des Gymnasiums Saarburg, Rainer Kramer, die Urkunde überreicht. Diese bescheinigt ihm den Ruhestand. 40 Jahre lang war Kramer ein leidenschaftlicher Pädagoge - 25 Jahre davon prägte er das Gymnasium als Schulleiter in unvergleichlicher Form.
1989, als Kramer das Amt übernahm, gab es gerade mal 600 Gymnasiasten. "Damals wurde diskutiert, ob die Schule so überhaupt zu halten ist", erinnert sich Landrat Günther Schartz. Doch eines der wichtigsten und treffendsten Urteile kam damals von Schülerinnen: "Unser neuer Direx ist gut, jung und schön."
Seitdem ging es mit neuen Konzepten, Ideen, Schwerpunkten sowie nicht zuletzt millionenschweren Erweiterungsbauten und Renovierungen stets bergauf. Heute besuchen 1 100 Schüler das Gymnasium. Und nicht nur das: Musik, Schauspiel, Kunst und Sport wurden zur Entfaltung der Schülerpersönlichkeiten verstärkt angeboten. Ab dem kommenden Schuljahr kann ein Abitur abgelegt werden, das sowohl in Deutschland, als auch in Frankreich die Hochschulreife bescheinigt. Toleranz und Verantwortung wurden gelebt - ebenso die Freundschaft mit Partnerschulen in England, Frankreich und Israel.
"Unser Gymnasium liegt heute mitten in Europa", stellt dazu Bürgermeister Jürgen Dixius fest. Schülersprecher Colin McConvey lobt die Wertschätzung, die Kramer Schülern gegenüber zum Ausdruck brachte: "Der Lotse geht von Bord, aber anders als Bismarck freiwillig." Raimund Leibold, der zum 1. August neuer Schuldirektor wird, lobt die Arbeit seines Vorgängers. Der ehemalige Leiter des Studienseminars für das Lehramt an den Gymnasien Trier sowie Fachlehrer für Biologie und Chemie sagt: "Ich finde hier beispielhafte Voraussetzungen." In zehn Jahren Arbeit in Schulentwicklungsprojekten habe er landesweit viele Puzzlesteine zusammengetragen: "Die will ich in Saarburg zusammensetzen."
Zunächst geht es aber um den Abschied von Kramer. Das Kollegium singt und gibt dem Hobbybrutzler einen Kochkurs. Außerdem erhält der Garten-Fan einen Gutschein für einen Kettensägenführerschein beim Forstamt Saarburg.
"Ich bin überwältigt", sagt der scheidende Schulleiter mit leiser Stimme nach mehr als drei Stunden und dem Video einer Straßenumfrage von Schülern, die auf Kramers Foto auch schon mal Udo Jürgens erkennen. Dazu passt das Lied, das nun für das langjährige Gesicht des Gymnasiums gelten soll: Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an. doth