Abspecken für die Rund-Erneuerung
Schon 2006 sollte der Platz vor Ockfens Bürgerhaus runderneuert werden. Allerdings fehlte es der Gemeinde an Geld, und die Kommunalaufsicht lehnte die benötigten Kredite ab. Nach einer finanziellen "Abspeck-Kur" soll die Umgestaltung des 600-Quadratmeter-Areals nun erneut in Angriff genommen werden.
Ockfen. Ein marodes Eisengeländer, an dem stellenweise beinahe mehr Rost zu finden ist als graue Farbe, und eine Asphaltdecke, die aufgrund zahlloser Löcher die Bezeichnung "Decke" kaum noch verdient - Ockfens Bürgerhaus-Vorplatz bietet ein jämmerliches Bild. Nicht erst seit gestern hat das 600 Quadratmeter messende Areal eine Rund-Erneuerung nötig.
Kosten lagen jenseits der 200 000-Euro-Marke
Bereits vor zwei Jahren wollte die Gemeinde den Platz wieder auf Vordermann bringen und gleichzeitig einen Teil des angrenzenden Bürgerhauses umgestalten (der TV berichtete). Die geschätzten Kosten dafür lagen jenseits der 200 000-Euro-Marke. "Jenseits von Gut und Böse" lag das Sanierungsprojekt nach Ansicht der Kommunalaufsicht.
Letztere verwehrte Ockfens Gemeinderat die Genehmigung für die Kredite, die zur Abwicklung des Haushalts 2006 in seiner geplanten Form gebraucht worden wären. Grund war der "hohe Schuldenstand der Gemeinde", wie es hieß. Damit war auch das Thema "Bürgerhaus und Vorplatz" vom Tisch.
Nun steht das Sanierungs-Vorhaben erneut auf Ockfens Investitions-Agenda, und inzwischen mehren sich die Zeichen dafür, dass die Gemeinde zumindest den Bürgerhaus-Vorplatz noch im Haushaltsjahr 2008 angehen kann. So sind nach Auskunft von Ortsbürgermeister Leo Steinmetz kürzlich die für den ersten Bauabschnitt beantragten Dorferneuerungsmittel in Höhe von 39 000 Euro bewilligt worden.
"Auch für den zweiten Abschnitt werden wir Zuschüsse beantragen, die bei 60 Prozent der Baukosten liegen", sagt Steinmetz.
Dass die Vorplatz-Sanierung nun doch in den Bereich des Machbaren gerückt ist, liegt daran, dass die Gemeinde das Projekt einer baulichen und damit finanziellen "Abspeck-Kur" unterzogen hat.
So soll der ursprünglich geplante neue Zugang vom Bürgerhaus zum Vorplatz, der unter anderem ein bodentiefes Fenster-Schiebe-Element vorsah, komplett wegfallen. "Außerdem werden wir den Platz nicht mit Altstadtpflaster, sondern mit billigerem Betonpflaster befestigen", erklärt Steinmetz. Darüber hinaus soll eine vorhandene Betonmauer "nur" saniert statt durch ein Schiefermauerwerk ersetzt werden.
Die Konsequenz: Die Gesamtkosten schrumpften von über 200 000 Euro auf 149 000 Euro. Nun will die Gemeinde ein Architekturbüro mit der Ausführungsplanung beauftragen. "Wenn alles klappt, beginnen wir noch vor Jahresende mit den Bauarbeiten", sagt Leo Steinmetz.