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Abstimmungen über Fusionsverhandlungen in den Orten der Verbandsgemeinden Saarburg und Kell am See laufen

Abstimmungen über Fusionsverhandlungen in den Orten der Verbandsgemeinden Saarburg und Kell am See laufen

Neun Ortsgemeinden in den Verbandsgemeinden Saarburg und Kell am See haben sich bislang für die Aufnahme von Fusionsverhandlungen ausgesprochen. Bürgermeister Jürgen Dixius erhofft sich von einem Zusammenschluss Einsparungen und ein höheres Gewicht in Sachen Tourismus.

Saarburg. Es geht Schlag auf Schlag. Ende September hat sich der Keller Lenkungsausschuss für die Aufnahme von Fusionsgesprächen mit der Verbandsgemeinde Saarburg ausgesprochen (der TV berichtete mehrfach). Ziel ist es, diese Gespräche Anfang des Jahres zu beginnen. Entsprechend steht das Thema derzeit in allen Ortsgemeinde- und den Verbandsgemeinderäten der beiden Kommunen auf der Tagesordnung.
Bis 2019 hat die Verbandsgemeinde (VG) Kell am See Bestandsschutz. Bis dahin sollte die Kommunenehe abgeschlossen sein.
Vier Mal Ja auf Saarburger Seite: In der Verbandsgemeinde Saarburg stehen die Zeichen bislang auf Zustimmung.Laut Pressestelle der VG Saarburg haben bei einer Besprechung im Oktober die zwölf anwesenden von insgesamt 16 Ortschefs für Fusionsgespräche mit Kell am See gestimmt. Mittlerweile haben bereits vier Ortsgemeinderäte Ja gesagt und zwar Kirf, Kastel-Staadt, Schoden und Taben-Rodt. Der Haupt- und Finanzausschuss (HFA) der Stadt Saarburg hat die Zustimmung empfohlen. Der VG-Rat entscheidet am Dienstag, 22. November.


Fünf Orte dafür und ein Bürgerbegehren auf Keller Seite: Auf Keller Seite sieht es bislang mehrheitlich nach Zustimmung aus - allerdings tanzt eine Ortsgemeinde aus der Reihe: Lampaden. Dort wurde - wie so oft - bereits viel über das Thema diskutiert. Ergebnis: Der Rat hat der Empfehlung zu Fusionsverhandlungen mit Saarburg laut Keller Verwaltung nicht zugestimmt. Stattdessen wurde ein Bürgerbegehren zugelassen. Das bedeutet, dass nun ein Bürgerentscheid folgt. Darin entscheiden die Lampadener, ob sie eine Bürgerbefragung zur Kommunal- und Verwaltungsreform wünschen oder nicht. Welchen Tenor die Bürgerbefragung genau haben soll, wurde laut Verwaltung noch nicht festgelegt. Fünf weitere Ortsgemeinden der VG Kell am See, darunter die größten, haben sich für Gespräche mit Saarburg ausgesprochen. Dies sind Greimerath, Kell am See und Mandern, Schillingen und Zerf. In Waldweiler und Heddert wurde am gestrigen Abend über das Thema entschieden. Das Ergebnis stand zu Redaktionsschluss noch nicht fest. Paschel ist heute dran, und am morgigen Mittwoch entscheidet der VG-Rat Kell am See über die Fusionsgespräche.

Die Wünsche der Keller: Monatelang hatte sich der Lenkungsausschuss der VG Kell am See mit Vertretern der Fusionskandidaten VG Saarburg, Hermeskeil und Ruwer ausgetauscht. Ziel war immer eine Fusion in Gänze. Weitere Eckpunkte: ein Verwaltungssitz in Kell, das Freibad, die touristischen Strukturen und die bisherige Schulplanung sollen bleiben.

Die Saarburger Sicht: Bürgermeister Jürgen Dixius sieht in einer Fusion Saarburg/Kell am See große Chancen für beide Partner. Die größte Verbandsgemeinde des Kreises Trier-Saarburg würde entstehen: 33 000 Einwohner, 29 Ortsgemeinden, 359 Quadratkilometer Fläche. Dixius: "Bei 400 000 Übernachtungen in Saarburg und 200 000 Übernachtungen in Kell würde die Region beim Tourismus ein stärkeres Gewicht bekommen." Bei der Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung könnten beide Kommunen zusammen wesentlich wirtschaftlicher arbeiten. Das Gleiche gelte für das Management öffentlicher Gebäude: "Zu den 160 Immobilien in Saarburg kämen 70 Gebäude aus Kell hinzu." Damit, so Dixius, sei die Unterhaltung und Sanierung wesentlich wirtschaftlicher. Auch bei der flächendeckenden Digitalisierung sieht der Bürgermeister nur Vorteile, denn alle Aufträge könnten in größerem Maßstab gehandhabt werden. Gleichzeitig könnten Doppelbesetzungen in den Ämtern abgebaut werden. Personalengpässe seien leichter zu kompensieren, heißt es zudem in der Verwaltungsvorlage zu den Ratsabstimmungen. Die gemeinsame Bewirtschaftung der Bäder sei wirtschaftlich sinnvoll genauso wie die gemeinsame Vermarktung der Saar-Obermosel- und der Hochwald-Region. Im Hinblick auf unterschiedliche Umlage- oder Gebührensätze sei angestrebt, diese sozialverträglich im Rahmen eines langjährigen Anpassungsprozesses abzustimmen, heißt es in der Vorlage weiter. Eine Abstimmung der Bürger, ob eine Fusion erfolgen soll, hält Dixius derzeit für wenig sinnvoll: "Wir müssen erst einmal in den Fusionsgesprächen mit dem Keller Lenkungsausschuss harte Fakten erarbeiten."