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"Abstrakte Kunst an der Straße?"

"Abstrakte Kunst an der Straße?"

KENN/THOMM/MERTESDORF. Ist es nun abstrakte Kunst, oder hat das wirklich einen Sinn? Diese Frage stellten sich in den vergangenen Wochen viele Autofahrer, die die unterschiedlich langen Baumstümpfe entlang der Bundesstraße 52 von Kenn in Richtung Thomm gesehen haben.

Zur Situation: Seit einigen Wochen schneidet die Straßenmeisterei Hermeskeil den Bewuchs an Bäumen und Büschen entlang der viel befahrenen Straße zurück. Wie mahnende Finger ragen allerdings auch nach dem Rückschnitt kahle Baumstämme ohne Zweige und Äste in den Himmel. Sie sind unterschiedlich dick und bis zu vier Meter hoch. Trotz anderen Anscheins: Fachleute waren am Werk

"Ob das nun eine neue Form der abstrakten Kunst an der Straße ist?", fragte sich Jürgen Soffel aus Thomm. Zugegeben, dem Autofahrer gibt die Situation angesichts dieser Baumstümpfe und der scheinbaren "Kunst an der Straße" zu denken. Auch Soffel sagt: "Hier waren anscheinend ältere Kunststudenten am Werk, die die zweite Chance bekommen sollten." Er sieht den nötigen Rückschnitt des Baum- und Strauchbestandes ein, doch diese Aufgaben "sollten Fachleuten überlassen bleiben". Tatsächlich sind schon Fachleute am Werk, die aber nicht so schnell arbeiten können, wie es die Technik erfordert. Gerd Zonker und Arnold Eiden von den Straßenmeistereien Thalfang und Hermeskeil erklären die Arbeitsweise und das weitere Vorgehen. Um die Arbeiten überhaupt erledigen zu können, hat sich die Straßenmeisterei Hermeskeil einen Bagger ausgeliehen, an den ein "Schnittgriffi" angebracht ist. Nach dem "Schnittgriffi" kommt die Motorsäge

Dieser "Griffi" quetscht die Bäume und Büsche hydraulisch ab. "Das geht bei den unterschiedlichen Baumarten nur bis zu einem gewissen Durchmesser." Danach einfach nochmals mit einer Motorsäge nachzuarbeiten, sei in diesem Moment zu zeitaufwändig, denn der "Schnittgriffi" arbeite sehr schnell und präzise. Arnold Eiden: "Für die Arbeiten bleibt uns nach dem Landespflegegesetz auch nur der Zeitraum zwischen dem 30. September und dem 28. Februar. Dann müssen wir die Arbeiten bewältigt haben." Die dicken Baumstämme sollen in den nächsten Wochen mit Motorsägen abgeschnitten werden. Sie werden auch nicht, wie der restliche Abschnitt, gehäckselt, sondern zu Brennholz verarbeitet. Sechs Wochen hat Eiden mit seinen Männern dafür Zeit. Denn ab dem heutigen Donnerstag, 3. November, wird die Fahrbahndecke der B 52 zwischen der Ehranger Brücke im Verlauf von sechs Kilometern in Richtung Thomm erneuert. Für das Team von der Straßenmeisterei eine gute Gelegenheit, die Bäume endgültig zu fällen. Durch die Bauarbeiten auf der B 52 kann es zu Verkehrsbehinderungen kommen.