Absturz in die Rebstöcke

LEIWEN. Das nennt man Glück im Unglück: Unverletzt entstieg ein Pilot seinem schwer demolierten Hubschrauber, nachdem die Maschine am Montagmorgen in ein Weinbergsgelände bei Leiwen gestürzt war.

Der Unfall ereignete sich gegen 7.10 Uhr in einer Anbaufläche oberhalb von Leiwen in der Nähe des Ferienparks Eurostrand. An diesem Morgen hatte die Agrarflugfirma Grasberger GmbH aus Kappeln den Auftrag, mit einem ihrer Spezialhubschrauber die Leiwener Weinlagen mit einem Mittel gegen Pilzbefall zu besprühen. Zunächst verlief alles routinemäßig, doch als der 39-jährige Pilot eine Kurve flog, setzte plötzlich die Antriebsturbine aus. Der erfahrene Weinbergsflieger versuchte noch, die schnell durchsackende Maschine aus etwa zehn Metern Höhe abzufangen und auf einem unbefestigten Wirtschaftsweg notzulanden. Doch das Manöver misslang: Kurz vor der rettenden freien Fläche streifte der Helikopter eine Rebstockreihe, die Rotorblätter wurden zerfetzt, und das Fluggerät blieb quer im Weinberg liegen. Völlig unverletzt kletterte der Pilot aus dem Wrack und verständigte per Handy die Polizei. Glück im Unglück hatte auch die Umwelt. Polizeisprecher Reinhard Rothgerber: "Nach dem Absturz brach weder ein Feuer aus, noch sickerte Treibstoff oder Spritzgut in den Boden. Die Feuerwehr Leiwen musste nicht gerufen werden. Zur Klärung der Ursache wurde die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung eingeschaltet." Geschäftsführer Siegfried Jung von der Agrarflugfirma Grasberger: "Ich bin nur froh, dass unserem Mitarbeiter nichts passiert ist. Er erlitt nicht einmal einen Schock und wird schon in den nächsten Tagen wieder fliegen." Der 200 000 Euro teure Hubschrauber sei ein wirtschaftlicher Totalschaden. Unfallursache unklar

Jung: "Warum die Turbine ausfiel, ist noch unklar. Sie war sorgfältig gewartet und mit etwa 500 Betriebsstunden ziemlich neu. Diese Aggregate sind weitaus zuverlässiger als früher die Kolbenmotoren." Wie Jung weiter berichtet, hat seine Firma sechs Maschinen im Einsatz. Die Piloten benötigen neben ihrer Hubschrauberlizenz eine Extra-Ausbildung für den Sprühbetrieb. Seit rund 30 Jahren bearbeitet die Firma die Weinberge an der Mosel. Jung: "Für den Ferienpark bestand keine Gefahr. Wir kurven nicht über bebautem Gebiet."

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