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Achtung Biber! Neues Schild in der Region Trier

LBM stellt Warnhinweise auf : Achtung, Biber! Neue Verkehrsschilder an der B 407 bei Reinsfeld

Die Hunsrückhöhenstraße bei Reinsfeld wird immer mehr zur Gefahr für Biber. Zuletzt wurden dort mehrere Tiere tot gefahren. Nun gibt es einen Vorstoß, um die seltenen Nager besser zu schützen und Autofahrer zu sensibilisieren.

Wer häufiger auf der Hunsrückhöhenstraße bei Reinsfeld oder der Landesstraße entlang der früheren Hochwaldkaserne bei Hermeskeil unterwegs ist, der hat sie sicher schon bemerkt: die neuen Warnschilder, die Mitarbeiter des Landesbetriebs Mobilität (LBM) dort am Straßenrand montiert haben. Ein rot umrahmtes Ausrufezeichen ist darauf zu sehen, darunter in schwarz-weiß die Abbildung eines Bibers.

Einen dieser neuen Hinweise erblicken Verkehrsteilnehmer, wenn sie auf der B 407 von Kell am See in Richtung Reinsfeld am Wanderparkplatz zur Traumschleife Frau Holle vorbeifahren. Weitere befinden sich an der L151 in Höhe des Lascheiderhofs. Die Schilder markieren exakt die Bereiche im Wadrilltal und entlang des Osterbachs, in denen sich bereits seit einigen Jahren Biber heimisch fühlen. „Die Biber und ihre Bauten sind inzwischen schon seit mehr als 20 Jahren in dieser Gegend“, weiß der Reinsfelder Revierleiter Martin Ritter.

Doch in den vergangenen zwei Jahren habe sich etwas verändert, was das Aufstellen der in der Region Trier bislang einmaligen Verkehrswarnschilder erforderlich gemacht habe. „Da ging es los mit den Verkehrsunfällen, bei denen viele der Tiere überfahren und getötet wurden“, erklärt der Förster.

Vor etwa einem Jahr berichtete der Trierische Volksfreund über die Problematik, die besonders streng geschützten Nagetiere vor der Gefahr durch die Landes- und Bundesstraßen kaum bewahren zu können.  Damals appellierte Ritter bereits an die Autofahrer, in den betreffenden Bereichen bei Reinsfeld langsamer zu fahren. Danach schien sich die Lage zunächst zu entspannen. Doch vor zwei Monaten ist laut Ritter an einem Bach-Durchlauf kurz hinter dem Frau-Holle-Parkplatz erneut ein Biber dem Verkehr zum Opfer gefallen. „Das war dann schon sehr traurig. Denn wir hatten zuvor festgestellt, dass wohl genau dieser Biber erstmalig im Steinbach begonnen hatte, einen Damm zu bauen. Nach dem Tod des Tieres gab es zunächst keine Aktion mehr im Bau.“

Nach diesem jüngsten Vorfall nahm der Revierleiter Kontakt zu den Biberbeauftragten der Region auf – der Landkreis Trier-Saarburg, wo derzeit etwa 50  bis 70 Biber unter anderem an Saar, Leuk und Wadrill leben, hat beispielsweise einen eigenen ehrenamtlichen Biberbetreuer. Auch bei den zuständigen Behörden drängte Ritter darauf, dass endlich etwas für die unter Artenschutz stehenden Tiere getan werden müsse. Sein Vorschlag, entsprechende Warnschilder aufzustellen, wurde vom LBM angenommen.

Jetzt hoffen der Förster und Naturschützer aus der Region, dass die Verkehrsteilnehmer an den Schilder-Standorten womöglich ihre Geschwindigkeit drosseln und darauf achten, was dort möglicherweise über die Straße laufen könnte. Da Biber nachtaktiv sind, sind sie vor allem spät abends oder in den frühen Morgenstunden unterwegs.

Eine positive Überraschung hat Förster Ritter zumindest schon erlebt: Beim Ortstermin mit dem TV-Reporter stellte er am Bau des zuletzt getöteten Bibers am Steinbach angenagte Äste und andere frische Spuren fest. Ritters freudige Reaktion: „Ein anderer Biber hat sich des Damms angenommen und führt ihn weiter. Das ist klasse!“

Sollte es trotz der neuen Warnschilder weiterhin Unfälle und tote Biber geben, will Ritter noch einen Schritt weiter gehen. Dann werde er den Behörden vorschlagen, In Höhe der Durchlässe, wo die Biber in der Regel die Fahrbahn querten, Schutzplanken zu errichten. „Wir müssen alles Mögliche in Erwägung ziehen, um den Bibern zu helfen. Zu helfen, dass sie nicht überfahren werden und sich hier in unserer Region wohlfühlen und ausbreiten“, sagt Ritter. Die fleißigen Baumeister  sind im Wadrilltal willkommene Helfer. Durch ihre Dämme staut sich das Wasser auf natürlichem Weg entlang der Bachläufe und befeuchtet die Wiesen – eine Arbeit, die der Mensch sonst selbst erledigen müsste. Die Tiere gestalten und tragen zum Erhalt von Auenlandschaften bei, die Lebensraum vieler Tier- und Pflanzenarten sind.