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Adam und die Querschläger - Chansonabend in der Saarburger Kulturgießerei in drei Sprachen

Adam und die Querschläger - Chansonabend in der Saarburger Kulturgießerei in drei Sprachen

Der Chansonnier Marcel Adam und die Formation Les Ricochets haben Lieder auf Französisch, Deutsch und Lothringisch in der historischen Gießhalle präsentiert. Rund 70 Zuhörer lauschten den exzellenten Musikern und amüsierten sich zuweilen über die Texte.

Saarburg. Sie sind alle Grenzgänger des deutsch-französischen Liedgutes: Der Liedermacher Marcel Adam und die Gruppe Les Ricochets um die Sängerin Noémi Schröder, eine Formation, die sich selbst Die Querschläger nennt. Nichts anderes bedeutet nämlich dieser französische Name.
Die rund 70 Zuhörer konnten die Fertigkeiten exzellenter Musiker genießen, aber auch Musiktitel, wie sie nicht alle Tage zu hören sind. So richtig ins Leben greift Marcel Adam, der Lothringer, in seiner Sprache, die nicht Französisch ist, aber auch nicht richtig Deutsch, und legt Wert darauf: "Das darf man nicht mit dem Elsass verwechseln." Aus eben diesem Lothringen stammend beschreibt er, wie er als kleiner Junge immer Tante Anna auf der Bank sitzen sah: "Anna of de Bonk". Ein Lied voller Zuneigung für ein geliebtes Familienmitglied.
Aber auch sehr Zwischenmenschliches kommt bei ihm nicht zu kurz, etwa dem Titel "Nach der Liebe gehn ich hemm zu meine Frau", was einige Zuhörer grinsen ließ. Warum Les Ricochets sich Querschläger nennen, ist auch leicht zu erkennen. Sängerin Noémi Schröder leidet in einem Lied unter akuter Pärchenallergie, widmet der Hauskatze und ihrem speziellen Charakter ein Chanson oder richtig gefährlich und makaber: "Gib acht, sonst träum' ich deinen Tod". Mehrfach wurde zwischen Deutsch und Französisch gewechselt.
Gestorben ist davon trotzdem an diesem Abend niemand, auch keine Puristen, die Edith Piaf lieber in Reinform genießen als im Stil des Gypsy-Swing. Aber auch das klingt gut, dafür sorgen schon die genialen Musiker und die ausgebildete Stimme der Sängerin. Etliche Klassiker wurden in neue Gewänder gekleidet oder sogar gegen den Strich gebürstet.
"Das war Piaf mal ein wenig anders", sagte Zuhörerin Angelika Vogel aus Konz, die sich über alle Musiker freute. Sie meinte: "Da ist jeder für sich ein großer Könner." Im Herbst kommt Marcel Adam wieder zu Gastspielen in die Region. doth