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Ärger um neuen Kunstrasen - Sportplatz am Schulzentrum wird einen Monat später fertig

Ärger um neuen Kunstrasen - Sportplatz am Schulzentrum wird einen Monat später fertig

Der Kunstrasenplatz am Konzer Schulzentrum wird für 430 000 Euro erneuert. Die Bauarbeiten haben sich um vier Wochen verzögert. Darüber sind die Verantwortlichen beim SV Konz verärgert. Der Kreis Trier-Saarburg ist Eigentümer des Platzes und weist die Vorwürfe des Vereins zurück.

Konz/Tawern/Mehring. Bagger rollen zurzeit über den Kunstrasenplatz unterhalb der Saar-Mosel-Halle in Konz. Am Rand laufen Arbeiten am Zaun und an der Böschung. Der kreiseigene Platz wird zurzeit für 430 0000 Euro saniert. Eigentlich sollte der Platz, der vom Konzer Gymnasium, der Realschule plus und dem SV Konz (SVK) genutzt wird, schon fertig sein. Doch statt Anfang Oktober wird das Projekt laut der Trier-Saarburger Kreisverwaltung erst im November abgeschlossen. Das Gymnasium könne angemessen reagieren, sagt der Schulleiter des Konzer Gymnasiums, Wolfgang Leyes.

Kritik vom Verein: Die Verantwortlichen beim SV Konz sind hingegen verärgert wegen der Verzögerung. Der zweite Vorsitzende des Vereins, Wolfgang Schwarz, spricht von einem "permanenten Krisenmodus bei der Sicherstellung des Trainings- und Spielbetriebs". 300 Spieler in acht Jugend- und drei Seniorenmannschaften, den Alten Herren und der Fußballgruppe mit Asylbewerbern seien betroffen. Ihre Trainings- und Spieltermine müssen komplett neu koordiniert werden, erklärt Schwarz. Der eigene Ausweichplatz, der Rasenplatz im benachbarten Stadion, sei wegen der Ausweichtermine und des Schulsports, der dorthin verlegt wurde, so mitgenommen, dass er ebenfalls zeitweise gesperrt war. Ein Problem sei auch, dass es im Stadion kein Flutlicht gebe. Schwarz' Fazit: Ohne die benachbarten Vereine, die dem SV Konz ihre Plätze zur Verfügung stellten, könne der Trainingsbetrieb nicht aufrechterhalten werden. Deshalb sei er diesen Vereinen sehr dankbar. Die Ursache für die Situation liegt aus Sicht des SVK beim Kreisausschuss. Dieser habe den Auftrag für den Bau eines Zauns um das Gelände an eine Firma vergeben, die zunächst Betriebsferien hatte. Das habe zu "langen Leerlaufzeiten während der Sommerferien" geführt.

Das sagt der Kreis: Thomas Müller, Pressesprecher der Kreisverwaltung, kann die Empörung nicht verstehen. Der Platz sei vorrangig für den Schulsport konzipiert, auch wenn er vom SV Konz stark genutzt werde. "Wenn es nun nach insgesamt vierwöchiger Verzögerung am Ende einen neuen Kunstrasenplatz gibt, der dem Verein über Jahre hinweg kostenfrei zur Verfügung steht, ist die begründbare Verzögerung bei allen Schwierigkeiten im Spielbetrieb sicher hinnehmbar", sagt Müller.

Der Kreisausschuss hatte die Sanierung des Platzes in Kooperation mit den Ortsgemeinderäten in Tawern und Mehring beschlossen. Mit einer gemeinsamen Ausschreibung sollte Geld gespart werden. Der Platz in Mehring war als erster fertig, der in Tawern mit zwei Wochen Verspätung als zweiter ("Frisches Kunststoffgrün zum Jubiläum", TV vom 5. Oktober). Der Konzer Platz ist der letzte in der Reihe. Die Verzögerung erklärt Müller mit Problemen in Konz und im Gesamtablauf der drei Projekte. Dass die Firma, die in Konz mit dem Bau eines Zaunes beauftragt sei, zwei Wochen Betriebsferien hatte, habe sie erst nach Auftragsvergabe mitgeteilt. Hinzu komme, dass einige Arbeiten nicht geplant, aber notwendig waren - unter anderem die Reparatur von Leitungen. Diese waren laut Müller nicht in den Plänen der Verbandsgemeinde Konz eingezeichnet. Lieferschwierigkeiten bei den Zaunteilen und Verzögerungen in Mehring hätten dann zu der Verspätung geführt. Fehler bei der Auftragsvergabe sieht der Kreis nicht.Meinung

Unglückliche Umstände
Die Verzögerung ist ärgerlich für den SV Konz, hätte aber bei der Auftragsvergabe nicht verhindert werden können. Dazu sind insgesamt zu viele unglückliche Umstände schuld für den verspäteten Fertigstellungstermin. Die einzige offene Frage ist, warum der Konzer Platz im Gesamtplan erst nach Mehring und Tawern dran war. Beim Belag muss der Verein zurückstecken. Schließlich ist der Platz eigentlich für den Sportunterricht gedacht. Wenn es unterschiedliche Ansichten über die richtige Halmlänge gibt, haben die Schulen und der Schulträger als Geldgeber das letzte Wort. c.kremer@volksfreund.deExtra

Eine Diskussion gibt es auch wegen der Art des Belags, der auf dem Konzer Platz verlegt werden soll. Der Vorsitzende des SV Konz, Werner Götze, hat deshalb einen Brief an Landrat Günther Schartz geschrieben: "Wir sprachen uns aus gesundheitlichen Aspekten klar für den 40 Millimeter Halm mit Granulatbefüllung aus, da er gegenüber dem 33 Millimeter Halm wesentlich gelenkschonender ist und in der Folge weniger Belastung für Muskel und Bänder mit sich bringt", heißt es darin. Der Kreis hat sich trotzdem für den 33-Millimeter-Halm entschieden, obwohl die längeren Halme laut Thomas Müller, Pressesprecher der Kreisverwaltung, nicht teurer gewesen wären. Entscheidend sei, dass der Platz in erster Linie für die Schulen bestimmt sei. Die Frage nach dem Belag sei in Absprache mit der Fachkonferenz Sport der Realschule und des Gymnasiums geklärt worden, sagt Müller. Im Sportunterricht werde neben Fußball zum Beispiel auch Hockey gespielt. Dafür und auch für andere Sportarten sei der kürzere Belag besser geeignet. Die Schulen äußern sich wegen der Herbstferien nicht im Detail zur Halmfrage. Wolfgang Leyes, Schulleiter des Gymnasiums, erklärte am letzten Schultag: "Aus meiner Erinnerung kann ich nicht bestätigen, dass vonseiten des Gymnasiums eine spezielle Länge gefordert worden wäre." Götze vom SV Konz, der den Verein ebenfalls als "nachrangigen Nutzer" bezeichnet, merkt an, dass auch die Schüler bisher fast nur Fußball auf dem Platz gespielt hätten. Andere Sportarten seien ins Stadion ausgelagert worden. Eine allgemeine Erläuterung zum Konzer Halmstreit steuert Prof. Dr. Wolfgang Potthast vom Bereich klinische Biomechanik der Deutschen Sporthochschule in Köln auf TV-Anfrage bei: "Wie gelenkschonend ein System ist, hängt - wenn überhaupt messbar - vom Gesamtkonstrukt und nicht nur von der Faserlänge ab." Sobald die Rasen bestimmten Fifa- und EU-Zertifizierungen entsprächen, sei anhand wissenschaftlicher Studien bisher nicht zweifelsfrei nachweisbar, dass sich Systeme hinsichtlich der Verletzungsgefahr unterscheiden. Ohne detailiertere Informationen über den Belag könne niemand etwas Seriöses über Effekte auf das Muskel-Skelett-System aussagen.cmk