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Ärger um Pfad an der Saarschleife

Orscholz · An der Cloef soll ein Baumwipfelpfad mit Aussichtsturm entstehen (der TV berichtete). Trotz zum Teil heftiger Kritik an dem Projekt hat der Gemeinderat Mettlach dem Bebauungsplan zugestimmt.

Die Fotomontage zeigt, wie der Aussichtsturm am Baumwipfelpfad von der Saarschleife aus aussehen könnte. Fotomontage: Gemeinde Mettlach

Foto: ARRAY(0x31282da0)

Orscholz. Der Gemeinderat Mettlach hat bei nur einer Enthaltung beschlossen, die Bebauungspläne für das Gebiet rund um die Cloef offen zu legen. Dort soll unter anderem ein Baumwipfelpfad mit einem 40 Meter hohen Aussichtsturm entstehen. Der Beschluss ist ein erster formaler Schritt in dem Planungsverfahren, mit dem die baurechtlichen Voraussetzungen für die Verwirklichung dieses umstrittenen Projektes geschaffen werden sollen (siehe Extra).
Bürger können sich beteiligen


Die Bebauungspläne werden ab jetzt für mindestens vier Wochen im Rathaus ausgelegt, wo sie für jedermann einsehbar sind. Bürger haben die Möglichkeit, während der Offenlegungsphase ihre Einwände bei der Gemeinde vorzubringen. Diese sind vom Gemeinderat dann in einem späteren Stadium der Planung zu bewerten und abzuwägen.
Die Debatte im Rat war geprägt durch die Diskussion, die sich nach Veröffentlichung der Pläne für Baumwipfelpfad und Turm entwickelt hatte. An dem Projekt war zum Teil in harscher Form Kritik geübt worden, weil aus Sicht der Gegner der 40 Meter hohe Turm die Landschaft an der Cloef verschandele. Ungeachtet dessen betonten alle im Rat vertretenen politischen Kräfte, dass sie das Vorhaben unterstützen und befürworten. Aber es gab auch nachdenkliche Töne. Bürgermeister Carsten Wiemann bekundete, dass die öffentlich in vielfältiger Form artikulierte Kritik ihn hart getroffen habe. Doch sie habe ihm auch deutlich gemacht: "Die Cloef und die Saarschleife sind ein sehr sensibler Bereich."
Saarschleife landesweit wichtig



Zwar habe die Gemeinde die Planungshoheit über das, was in diesem Gebiet baulich geschehen solle. "Aber das Wahrzeichen Saarschleife gehört allen Saarländern, und viele von ihnen haben offenbar den Eindruck, dass wir hier etwas Falsches tun." Auch die Cloef habe einen besonderen Wert, "wir müssen sensibel damit umgehen". Wiemann betonte, der Entwurf für den Bebauungsplan, der jetzt offen gelegt werde, setze einen ersten Rahmen. Es sei noch nicht die endgültige Planung für das Projekt, anhand der eingehenden Einwände seien durchaus noch Änderungen möglich, zum Beispiel was die Höhe des Aussichtsturmes betrifft. Wobei der Bürgermeister einräumte: "Viel niedriger wird er allerdings nicht werden."
Sowohl der Trassenverlauf des Baumwipfelpfades als auch der Standort des Aussichtsturmes, etwa 15 bis 20 Meter hinter der Cloefhütte, seien mit der obersten Naturschutzbehörde und dem Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz abgestimmt worden, da das Umfeld der Cloef als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen sei.
Wiemann erläuterte weiter, dass nach dem Bau des Aussichtsturmes auch eine Wiederaufforstung des Bereiches zwischen Cloefhütte und Turm erfolgen solle. So würden die ersten 10 bis 15 Meter von dem Turm später nicht mehr zu sehen, sondern von Bäumen verdeckt sein. Wiemann sicherte zu: "Ich nehme die Bedenken sehr ernst, wir stehen auch mit dem Investor in Gesprächen darüber, dass die Pläne für den Turm gegebenenfalls noch einmal überarbeitet werden."
Extra

Der Baumwipfelpfad mit Aussichtsturm ist ein Baustein einer umfassenden Neugestaltung des Gebietes an der Cloef bei Mettlach, welche die Gemeinde mit den Bebauungsplänen anstrebt. Zu dieser Neugestaltung gehören auch der Wegfall des bisherigen Bus- und Pkw-Parkplatzes nahe der Cloef. Dieser soll renaturiert werden. Als Ersatz dafür soll an der Kurpromenade ein bislang provisorischer Parkplatz ausgebaut und erweitert werden. Daneben will die Gemeinde auf einer Fläche unmittelbar beim Cloef-Atrium die Errichtung eines Hotels möglich machen, wobei es hier noch keine konkreten Pläne gibt. Aufgeben wolle man hingegen die bisher bestehende Möglichkeit, auf einem Standort im Varadeser Park, der so genannten Höhe 400, einen bis zu 50 Meter hohen Aussichtsturm zu errichten. red