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Afa Hermeskeil schafft mit Hallen zusätzliche Plätze für Ukraine-Flüchtlinge

Aufnahme-Einrichtung : Afa Hermeskeil schafft zusätzliche Plätze für Ukraine-Flüchtlinge — Aufbau von vier Hallen wird vorbereitet

Wann die ersten Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine in der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende in Hermeskeil ankommen, ist derzeit ungewiss. Es laufen dort aber bereits Vorbereitungen, um bei Bedarf mehr Menschen unterbringen zu können.

Schon mehr als 1,5 Millionen Ukrainer haben seit Beginn des russischen Angriffs ihre Heimat verlassen und in Nachbarländern Zuflucht gesucht. Auch in Deutschland kamen in den vergangenen Tagen Tausende am Berliner Hauptbahnhof an. Um diese Menschen sicher unterbringen und versorgen zu können, baut das Land Rheinland-Pfalz dezeit beispielsweise die Kapazitäten in seinen fünf Aufnahmeeinrichtungen für Asylbegehrende (Afas) aus. Auch in der Afa in Hermeskeil laufen dazu Vorbereitungen.

Flüchtlinge aus der Ukraine können in Afa Hermeskeil untergebracht werden

Die aktuelle Planung sehe vor, dort „vier in individuelle Wohnbereiche aufgeteilte Leichtbautragehallen zu bauen, die kurzfristig der Unterbringung von Vertriebenen aus der Ukraine dienen“, teilt die Pressestelle der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier auf TV-Anfrage mit. Wie viele zusätzliche Plätze damit in Hermeskeil geschaffen werden, sagt die Behörde nicht. Sie teilt jedoch mit, dass an allen fünf Afa-Standorten im Land kurzfristig 4000 zusätzliche Aufnahmeplätze für ukrainische Flüchtlinge entstehen können. Dazu würden sowohl vorhandene bisher ungenutzte Gebäude, Bett-Kapazitäten und Hallen auf den Afa-Geländen aktiviert als auch Container, Traglufthallen und Zelte auf vorhandenen Freiflächen errichtet.

In der Afa in Hermeskeil sind laut ADD derzeit 655 Bewohner untergebracht. Üblicherweise könnten in der Einrichtung bis zu 1000 Plätze belegt werden, was aufgrund von Schutzvorkehrungen im Zusammenhang mit der Pandemie derzeit in der Praxis jedoch kaum möglich ist.

An allen fünf Afa-Standorten in RLP können kurzfristig 4000 zusätzliche Aufnahmeplätze entstehen

Wann die ersten Ukrainer in der Afa Hermeskeil eintreffen könnten, ist laut ADD nicht abschätzbar. Vertriebene Ukrainerinnen und Ukrainer hielten sich zwar bereits in Rheinland-Pfalz auf. Sie können laut ADD aber visumfrei für 90 Tage einreisen und werden dabei nicht erfasst. Häufig kämen die Menschen auch bei Verwandten oder Freunden unter. Fänden sie keine Unterkunft, könnten sie sich bei den Afas melden: „Dies kann auch in Hermeskeil jederzeit der Fall sein.“

Bezüglich einer bundesweiten Verteilung der vertriebenen Menschen, die aktuell vor allem in Berlin ankommen, stelle sich die Lage „sehr dynamisch“ dar. Es könnten deshalb derzeit keine Prognosen kommuniziert werden, wann Menschen aus der Ukraine nach Hermeskeil verteilt würden.