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Alle Baugrundstücke in Pellingen sind verkauft

Alle Baugrundstücke in Pellingen sind verkauft

Keine einzige Baustelle ist in Pellingen mehr zu haben. Alle 88 Parzellen aus zwei Bauabschnitten sind verkauft. Im Investitionsplan ist jetzt für nächstes Jahr der Endstufenausbau vorgesehen. Doch einfach noch ein Baugebiet auszuweisen, wird so bald nicht realisierbar sein.

Pellingen. Auf dem großen Bauschild steht noch zu lesen: Ortsgemeinde Pellingen verkauft 02 Baustellen. "Das ist schon nicht mehr aktuell. Wir haben keine Baustellen mehr. Sie sind alle weg", sagt Ortsbürgermeister Horst Hoffmann zu Beginn der Ortsgemeinderatssitzung, in der auch der Endstufenausbau beschlossen wird. Es ist eine Investition von einer halben Million Euro. Dieser Betrag ist mit dem Verkauf der Grundstücke abgedeckt.
Ausgeschrieben wird erst Ende nächsten Jahres, weil auf 14 Grundstücken noch nicht mit dem Bau eines Hauses begonnen wurde. "Wir warten da noch ein bisschen, damit die schöne neue Straße von Baufahrzeugen nicht gleich beschädigt wird", heißt das Argument des Ortschefs.
Seit 2008 wird in Pellingen neu gebaut, und zwar immens. 88 Parzellen haben ihren Häuslebauer gefunden. 31 davon, im zweiten Bauabschnitt des Höthkopfes und der Stückelgrube, in den vergangenen beiden Jahren. "Am Schluss war es ein regelrechter Countdown", beschreibt Hoffmann die Nachfrage der Menschen, die Pellinger werden wollten. Da ist es naheliegend, diese Erfolgsgeschichte weiterzuschreiben. Aber so einfach ist das nicht, wie Verbandsgemeindebürgermeister Karl-Heinz Frieden den örtlichen Räten erklärte: "Pellingen kann nicht auf der einen Seite bis nach Trier und auf der anderen Seite bis nach Kell wachsen."
Ein wichtiges Argument führt Winfried Müller (FWG) ins Feld: "Ohne unser Neubaugebiet würden die Grundschule und der Kindergarten vielleicht schon zur Disposition stehen."
Für den Verwaltungschef aus Konz zählen als oberstes Kriterium die Vorgaben von Bund, Land und Kreis beim Flächennutzungsplan (FNP): "Bauland ausweisen geht nicht einfach dort, wo eine Kommune meint, dass es gut wäre." Die gesamte örtliche Entwicklung müsse ins Auge gefasst werden, auch die Frage, wo sind Leerstände, wo sind Baulücken?
Bei der FNP-Fortschreibung werde Pellingen wahrscheinlich das Attribut "W", wie Wohngemeinde", verliehen. Damit ist die Ausweisung von Bauland wieder einfacher, aber die Umsetzung und Beachtung aller Vorgaben sei, so Frieden, "ein zähes Geschäft". Es gebe beispielsweise Gemeinden, die mit ihren Neubürgern regelrecht fremdeln, was vermieden werden sollte.
"Blicken Sie mal 30 Jahre in die Zukunft", fordert Frieden auf. Die Menschen werden weniger. Flüchtlinge können diesen Trend nicht umkehren. Deshalb stoße die Baulandentwicklung an ihre Grenzen. Der Pellinger Rat will ein weiteres Baugebiet auch nicht gleich, sondern so in fünf bis zehn Jahren. 30 bis 35 weitere Baustellen sollten es aber wieder werden. doth
Extra

Die wichtigsten Investitionen: Ergänzung der Einrichtung und Ausstattung im Kindergarten: 16 000 Euro; Zuwendung an den Sportverein für die Anlage eines Kunstrasenkleinspielfeldes: 6000 Euro; Gesellschafteranteile an der AöR Windpark Pellingen: 91 000 Euro; Erschließung Baugebiet Höthkopf/Stückelgrube: 500 000 Euro; Erschließung eines neuen Baugebietes, Planungskosten: 20 000 Euro. Insgesamt steht für das Jahr 2017 der Betrag von 671 000 Euro im Investitionsprogramm. doth