Alle Kraft in die Kulturlandschaft

SCHWEICH. Der Wahlzettel ist übersichtlich. Nur Amtsinhaber Berthold Biwer bewirbt sich am 29. Juni um das Amt des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Schweich. Im Gespräch mit dem TV zieht er Bilanz der ersten Amtszeit und blickt auch in die Zukunft.

Ihre erste Amtszeit endet im Januar 2004. Welches Fazit ziehen Sie? Biwer: Die Verbandsgemeinde Schweich hat sich wirtschaftlich, gesellschaftlich und kulturell zu einer begehrten Region entwickelt. Die Bildungschancen haben sich durch zusätzliche Angebote in Kindergärten und Schulen, die gute Ausstattung der Schulen sowie die Ansiedlung des Ganztags-Gymnasiums gesteigert. Die Rahmenbedingungen wurden von den Gemeinden, der Stadt sowie den Gremien der VG erarbeitet. Positiv verändert hat sich die politische Kultur in der Gremienarbeit. Wir verfügen über ein ausgezeichnetes Arbeitsklima.Weinbau und Tourismus sind wichtige Standbeine. Wie haben sich beide Wirtschaftszweige entwickelt? Biwer: Das Qualitätsstreben der Winzerinnen und Winzer ist außerordentlich hoch. Bei Prämiierungen und Wettbewerben erzielen Betriebe große Erfolge. Sorge bereiten allerdings der Rückgang der Weinbauflächen und der Weinbaubetriebe. Gute Beispiele für die Schaffung wohnortnaher Arbeitsplätze sind die Entwicklung des Industrieparks Region Trier sowie weiterer Gewerbegebiete in unseren Gemeinden. Bei der Zahl der Übernachtungen stehen wir in der Region an vorderer Stelle. Für die Umsetzung größerer touristischer Projekte hat die VG das Zukunftsprogramm "Aktivpark Roemische Weinstrasse" entwickelt. Es beinhaltet ein Bündel von Attraktionen.Es gibt Pläne für eine Sommerrodelbahn und für ein Freizeitzentrum "Riol am See". Wie weit sind diese Pläne gediehen? Biwer: Der Freizeitsee Riol befindet sich in der Umsetzungsphase. 90 Prozent der Fläche sind durch Optionsverträge gesichert. Konkrete Planungen gibt es auch für für Inlineskater und Kletterwanderer. Für die Sommerrodelbahn steht ein Investor bereit. An weiteren Ideen fehlt es uns nicht, jedoch ist es derzeit nicht einfach, Investoren zu finden.Das Projekt "Flächenmanagement" findet viel Beachtung. Ist damit allein der Erhalt der Kulturlandschaft zu sichern? Biwer: Die Idee des Flächenmanagements findet landesweit große Beachtung. Vordringliche Probleme sind bereits gelöst , da schon 90 Hektar für die Erhaltung der Kulturlandschaft gesichert wurden. Darüber hinaus dient das Flächenmanagement der Sicherung zusammenhängender Weinbergsflächen. Damit wird den Betrieben eine Zukunftsperspektive geboten. Ohne solidarisches und kooperatives Mitwirken der Winzerschaft, der Gemeinden und aller sonstigen Betroffenen kann unsere Kulturlandschaft jedoch auf Dauer nicht erhalten werden.Wie stellt sich die Verwaltung dar? Biwer: Die Verwaltung hat sich zu einem modernen, innovativen und kundenorientierten Dienstleistungsunternehmen gewandelt. Ein gutes Beispiel ist unser Bürgerbüro als modernes Servicecenter mit durchgehenden und verlängerten Öffnungszeiten. Ich bin stolz auf meine motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie unsere niedrigen Personalkosten, die im landesweiten Vergleich mit am günstigsten sind.Der Haushalt der Verbandsgemeinden wird durch Umlagen finanziert. Viel Gestaltungsraum bleibt nicht. Welches sind die wichtigsten Vorhaben? Biwer: Notwendige Investitionen im Bereich der Schulen, Sportstätten, Feuerwehren und der weiteren touristischen Attraktivierung müssen mit dem erforderlichen Augenmaß getroffen werden, um auch in Zukunft mit niedrigen Umlagen möglichst viel Geld bei den Ortsgemeinden zu belassen. Bei den Gebühren für die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung soll auch in Zukunft die Belastung der Bürgerschaft möglichst niedrig gehalten werden.Zum 1. August soll der hauptamtliche Jugendpfleger seine Arbeit aufnehmen. Welche Erwartungen knüpfen Sie daran? Biwer: Es zeigt sich, dass sich wegen der Größe der VG eine Vollzeit-Arbeitskraft den Belangen der Jugendlichen annehmen muss. Dadurch werden vorhandene Strukturen fortentwickelt und das Zusammenwirken mit Schulen und Vereinen intensiviert. Es ist auch zu erwähnen, dass für die Belange der älteren Menschen ein ehrenamtliches Betreuungsangebot durch den Seniorenbeauftragten geschaffen wurde.Die Fragen stellte unser Redakteur Clemens Beckmann.