Alle wollen das französische Alphabet
Grünes Licht haben die Elternvertreter der Grund- und Hauptschule Wincheringen bei einer Versammlung für den Plan einer zweisprachigen Grundschule in ihrer Einrichtung gegeben.
Wincheringen. An der Grundschule Wincheringen soll es nach den Sommerferien noch lebhafter zugehen als bisher. Nach Vorstellung des Schulzweckverbands, dem die beiden Verbandsgemeinden Konz und Saarburg angehören, können Erstklässler dann den Schulalltag zweisprachig erleben. Als erste Schule im Kreis Trier-Saarburg will die Grundschule Wincheringen im Gebäudekomplex der Grund- und Hauptschule einen bilingualen Zweig einrichten (TV vom 18. Januar). Das Konzept sieht vor, dass im ersten Schuljahr sechs Wochenstunden in Sport, bildnerischem Gestalten, Französisch und Projektarbeit von einer Muttersprachlerin in Französisch unterrichtet werden. Bis zur vierten Klasse wird der Unterricht auf Französisch in zusätzlichen Fächern auf zwölf Wochenstunden aufgestockt. So sollen die Kinder von klein auf vertraut gemacht werden mit der Fremdsprache und Kultur des Nachbarlands und der Grundstock gelegt werden für bessere Chancen auf einem potenziellen Arbeitsmarkt im nahe gelegenen Luxemburg. Verantwortliche der beiden Verbands- und Ortsgemeinden sowie der zuständigen Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier, Schulleiter Addi Arens und das Lehrerkollegium stehen hinter der Idee. Als Pilotprojekt und zunächst beschränkt auf Kinder aus Wincheringen, Palzem und Merzkirchen soll das freiwillige Angebot auf jeden Fall nach den Sommerferien starten. In einer Versammlung des Schulelternbeirates und des Schulausschusses, bei der auch Bernhard Herbrand, leitender Regierungs-Schuldirektor der ADD, sowie Schulaufsichtsbeamter Peter Riedel von der ADD dabei waren, gaben die Elternvertreter grünes Licht für das Projekt. Einstimmig hätten sich die Gremien am Montagabend dafür ausgesprochen, parallel zur bestehenden Grundschule eine bilinguale einzurichten, informiert Riedel auf TV-Nachfrage. Damit sei das vorgeschriebene Beteiligungsverfahren vorangetrieben worden. Nun müsse das zuständige Ministerium in Mainz den Antrag genehmigen. "Die Stimmung in der Versammlung war sehr positiv", sagt Peter Riedel. Das bestätigt Schuleltern-Sprecherin Karin Schartz: "Die Herren von der ADD haben uns die Idee nochmal vorgestellt. Sie ist positiv aufgenommen worden." Für die Eltern der künftigen Erstklässler bedeute das freiwillige Angebot ein genaues Abwägen. "Die Entscheidung will gut überlegt sein", sagt Karin Schartz. "Schließlich ist ein späteres Zusteigen in diesen Zug nicht möglich." Umgekehrt können Eltern Kinder, die mit dem neuen System nicht zurechtkommen, abmelden, lässt Riedel wissen. 31 Anmeldungen für das erste Schuljahr lägen in Wincheringen derzeit vor. Wer von diesen Kindern die bilinguale Schule besuchen wird, stellt sich erst noch heraus. Für den 25. Februar ist ein Eltern-Informationsabend zur bilingualen Schule angesetzt.