Allein zwischen Himmel und Erde

Die 30 Luftsportler auf dem Flugplatz Kell sind zwischen 13 und 80 Jahre alt. 13 wollen ihren Segelschein machen oder die Lizenz für motorisierten Flug. Für fünf von ihnen ging’s erstmals allein in die Lüfte. Thermik suchen, kreisen wie ein Vogel am Himmel - der Traum erfüllt sich.

Kell am See. Wenn Michelle Amlung vom Fliegen spricht, glänzen ihre Augen. Die 15-Jährige aus Thiergarten hat gerade beim Luftsportverein Hochwald in Kell ihre ersten Alleinflüge im Segler absolviert. "Ich wollte schon als Kind Pilotin werden", sagt sie. Ein Traumberuf wäre es für die Gymnasiastin, nach dem Abitur in die Ausbildung zur Berufspilotin einzusteigen, egal ob Verkehrsflugzeug, Hubschrauber oder bei der Bundeswehr.
Immer über Funk in Verbindung


Wenn die Schüler der Fluglehrer Harro Renth, Steff Hau, Philipp Hilker und Michael Bach erstmals allein abheben, bleibt ihr Lehrer immer per Funk vom Boden aus mit ihnen in Verbindung. "Segelfliegen darf man schon ab 14, Autofahren erst ab 18", sagt der zweite Vorsitzende des Vereins, Steff Hau. Das sei noch ein Relikt aus den Anfangsjahren der Fliegerei. 16 müsse man allerdings sein, um nach bestandenem Flugschein mit dem Segler überallhin zu dürfen und auch Gäste mit ins Cockpit zu nehmen.
Michelle stellt fest: "Die Probleme bleiben am Boden. Man hat Zeit für neue Gedanken." Für den Sohn von Steff Hau ist Papa das große Vorbild. Manuel ist ebenfalls 15 und will von ganz klein an dem Vater nacheifern. "Im nächsten Frühjahr habe ich alle Bedingungen erfüllt, um drei verschiedene Segelflugzeugtypen fliegen zu dürfen", freut er sich schon jetzt. Danach will Manuel mit Motorflug weitermachen. Für ihn ist es ein im wahrsten Sinne des Wortes erhebendes Gefühl zu fliegen: "Da schraubst du dich hoch in die Luft. Das kann nicht jeder." 70 Alleinflüge hat er bereits absolviert.
Nicht nur Jugendliche sind vom Luftsport begeistert. Der Verein hat auch betagtere Semester in der Ausbildung. "Alle Altersgruppen und sozialen Schichten sind vertreten", sagt Hau. Da sei zum Beispiel Markus Ott, ein Doktor der Chemie, und der pensionierte Lehrer Harald Sehr, für den sich Hau besonders freut.
Prüfungsfächer sind Luftrecht, Meteorologie, Navigation, menschliches Leistungsvermögen, Kommunikation, Grundlagen des Fliegens allgemein, Betriebsabläufe und allgemeine Luftfahrzeugkunde.
Markus Ott, Simon Kettern und Michelle Amlung haben diese Theorieprüfung bereits beim Luftamt auf dem Flugplatz Hahn abgelegt. "Diese Ausbildung ist auch gut für die Persönlichkeitsbildung des mündigen Bürgers mit sozialer Kompetenz", sagt der zweite Vorsitzende Hau.
Dabei sei die Ausbildung mit 150 Euro im Jahr preisgünstig. Hinzu kommen noch mal 150 Euro Vereinsbeitrag. "Ich hatte schon mal Gitarrenunterricht. Der war teurer", rechnet Michelle vor. Die Kehrseite der Medaille: Jeder muss auf dem Segelflugplatz mitanpacken.
Extra

Vom 21. bis 23. Oktober treffen sich internationale Segelkunstflieger im Haus am See. Der Luftsportverein Hochwald und der Förderverein Segelkunstflug Rheinland-Pfalz, mit Sitz auf dem Segelflugplatz, sind die Veranstalter. Am Freitag beginnt um 20 Uhr die Warm-up-Party. Am Samstag- und Sonntagvormittag beraten verschiedene Gremien der Luftsportler. Am Samstag werden ab 18 Uhr die Ehrengäste begrüßt, Grußworte gesprochen und Ehrungen durchgeführt. Ab 20 Uhr ist das Galadinner. Infos auch unter <%LINK auto="true" href="http://www.lsv-hochwald.de" text="www.lsv-hochwald.de" class="more"%> , <%LINK auto="true" href="http://www.kunstflieger.de" text="www.kunstflieger.de" class="more"%> und Anmeldungen zum Dinner unter Tel. 0176/26135370 oder per Mail: steff@kunstflieger.de doth