Alles singt nach seinem Rhythmus
MERZKIRCHEN-KELSEN. (jka) Eine enge Beziehung zur Kirche und zur Musik zieht sich durch das Leben von Alexander Kranz. Als Chorleiter und Organist ist der gebürtige Trierer, der 2004 nach Merzkirchen-Kelsen zog, nicht nur im Dorf, sondern auch in den umliegenden Orten bekannt.
"Es ist schön hier, nicht so anonym wie in der Stadt", bekennt Alexander Kranz. Er ist in Trier-Heiligkreuz aufgewachsen und kam dort in Kontakt mit Gesang und Orgelspiel. "Ich war in der Jugendarbeit aktiv, war Messdiener, habe im Kinder- und Jugendchor mitgewirkt", erzählt er - und er hat Spaß daran gefunden. Mit dem Orgelspielen sei es ähnlich gewesen. "Ich habe Keyboard gespielt, auch mal Orgel, bin da nach und nach so reingerutscht", erklärt der 31-Jährige. "Und irgendwann durfte ich dann auch mal sonntags an die Orgel." Auch während seiner Ausbildung zum Krankenpfleger in einem Trierer Krankenhaus ging er seinem Hobby nach. "Da sollte auch ein Chor gegründet werden, und auch da war ich dabei", erinnert er sich. Der Kirche und der Musik zugeneigt
"Wenn in der Morgenmesse um acht Uhr ein Organist gebraucht wurde, bin ich auch mal eingesprungen." Als 1997 eine Stelle als Organist in Ockfen frei wurde, ging er dorthin. Für ihn die richtige Entscheidung - denn dort lernte er seine Frau kennen, die in der Pfarrei Lektorin war. Nicht nur in Ockfen saß er an der Orgel: "Ich war damals auch schon als Springer für andere Orte tätig, wenn Not am Mann war. So kam ich auch mit den anderen Ortschaften um Saarburg herum in Kontakt", erläutert der 31-Jährige. Den Rhythmus gab er auch im Kirchenchor in Ockfen vor, bis 2000 hörte der Kinderchor des Ortes auf sein Kommando, ebenso wie der Singkreis Schoden und die Sängerfreunde Trassem. "Von 1999 bis 2003 habe ich noch den Männerchor in Zerf geleitet", fügt Alexander Kranz hinzu. "So hat sich das alles über die Jahre hinweg entwickelt." Und als er vor zwei Jahren heiratete, sangen 80 Sänger aus seinen Chören in der Kirche. "Die Empore war brechend voll, es war wunderschön und sehr beeindruckend." Dass es überhaupt so gekommen ist, dass er heute der Kirche und der Musik so zugeneigt ist, das hat der Krankenpfleger, der seit 2000 in Luxemburg arbeitet, auch seinem eigenen Ehrgeiz zu verdanken: "Ich habe Fortbildungen besucht und somit ständig weiter gelernt, neue Sachen kennen gelernt." Seit 2002 ist er für den Kirchenchor in Merzkirchen zuständig. "Ein relativ junger Chor, und der ist auch meine Schwerpunktarbeit." Um den Zusammenhalt der Gemeinde zu stärken, wird seit vergangenem Jahr in der Adventszeit das Abendlob etwas anders abgehalten: "Wir gehen von der zentralen Kirche reihum in die einzelnen Orte. Das ist wichtig, um auch die Leute, die nicht so mobil sind, zu erreichen. Und außerdem war das alles auch sehr schön und gemütlich." Neben seiner Arbeit in Merzkirchen leitet er seit 1. Juli das Männerquartett Meurich und weiterhin den Gemischten Chor Schoden-Trassem. Die Mischung aus Kirchen- und weltlicher Musik bringt es mit sich, dass nicht nur drei Abende in der Woche, sondern auch die Sonntage im Zeichen der Musik stehen. Gerade die weltlichen Auftritte seien oft sehr anstrengend: "In der Kirche ist das schon mehr Routine." Für andere Hobbys bleibt keine Zeit mehr, zumal seit fünf Monaten ohnehin jemand anderer zu Hause den Ton angibt: Sohn Joshua. "Wir hoffen, dass auch er mal musikalisch wird", gesteht Alexander Kranz lächelnd. Obwohl er mit seiner kleinen Familie noch nicht lange in Kelsen wohnt, fühlt er sich sehr wohl. "Es ist einfach unglaublich gemütlich hier, und es ist schön, sich ins Dorfleben zu integrieren."