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Veranstaltungsreihe: Als der Krieg nach Lampaden kam

Veranstaltungsreihe : Als der Krieg nach Lampaden kam

Vor 75 Jahren endete der Zweite Weltkrieg. Auch in Lampaden herrschte lange Zeit der Schrecken des Krieges. Die Gruppe Lampadia erinnert daran mit einer Themenwoche.

Nach der Ausstellung „70 Jahre Frieden“ im Jahr 2015 beschäftigt sich die Gruppe Lampadia aus Lampaden erneut intensiv mit der Erinnerung an lokale Ereignisse des Zweiten Weltkriegs. Die Gruppe organisiert eine Themenwoche mit dem Titel „75 Jahre Frieden“ von Montag, 2. März, bis Sonntag, 8. März.

Dabei gibt es im Gemeindehaus Lampaden verschiedene Schwerpunkt- und Filmabende. Die Multimediapräsentationen zu Beginn der Woche teilen sich auf: In einem ersten Teil geht die Präsentation auf den politischen Wandel und die Ereignisse im Dorf  zwischen 1933 und 1944 ein.

Ein zweiter Themenabend widmet sich den Geschehnissen des Jahres 1945 aus der Sicht der Lampadener Zivilbevölkerung. Eingebettet in die Informationen sind Zeitzeugenberichte.

Der Freitag steht im Zeichen der Opfer des Krieges – sowohl an die zivilen als auch die gefallenen Soldaten Lampadens wird in Kurzportraits erinnert. Damit soll auch die Sinnlosigkeit des Krieges dargestellt werden. Zudem wollen die Organisatoren zeigen, wie sich die anfängliche Begeisterung rasch in Ernüchterung und Angst umwandelte.

Am Samstagabend wird der neue Film „Battle of Lampaden Ridge“ gezeigt. Darin werden die militärischen Kampfhandlungen zwischen deutschen und amerikanischen Einheiten in den Dörfern Schömerich, Lampaden und Obersehr in den Mittelpunkt gestellt.
In der Pfarrkirche St. Quintinus startet um 11 Uhr am Sonntag ein Friedensgottesdienst, daran anschließend wird am Denkmal neben der Kirche der Toten und Vermissten der Weltkriege gedacht und ein Kranz niedergelegt. Um 14 Uhr lädt die Gruppe Lampadia zu einer Wanderung zu den Kriegsschauplätzen in und außerhalb Lampadens ein, bevor die Themenwoche mit Kaffee und Kuchen im Gemeindehaus ausklingt.

Das ganze Wochenende ist das Gemeindehaus Lampaden nachmittags geöffnet. Hier befindet sich dann eine multimediale Ausstellung, in welcher Bilder, Videos und Dokumente aus der Zeit des Nationalsozialismus gezeigt werden. Zudem dient das Gemeindehaus als Forum zum Austausch über das Thema „Wahrung des Friedens“.

Lampadia

Das ausrichtende Lampadia-Team hält die Lampadener Geschichte seit vielen Jahren in Form von Fotos und Video-Erzählungen fest. So sammelt die Gruppe seit 2003 ehrenamtlich historische Aufnahmen zum Dorfleben und alte Familienfotos. Regelmäßig präsentieren die Lampadia-Mitglieder Teile der Sammlung bei öffentlichen Veranstaltungen im Ort. Seit 2017 ist außerdem die Internetseite www.lampadia.de online. Dafür haben die Lampadia-Mitglieder ältere Dorfbewohner besucht und deren Erzählungen zu den alten Fotos mit der Kamera aufgezeichnet. Die Startansicht der Internetseite bildet ein Luftbild des Ortes von 1969 ab. Fährt man mit der Maus über die abgebildeten Häuser, verbirgt sich hinter fast jedem ein Video mit dem Bericht eines aktuellen oder früheren Bewohners. Der Fokus liegt auf Ereignissen zwischen 1900 und 1960.

„Da wir stets auf neue Quellen angewiesen sind, würden wir uns sehr freuen, wenn die Bevölkerung Lampadens und der umliegenden Gemeinden ihren Besitz nach Bildern, Utensilien und Dokumenten aus der Zeit des Nationalsozialismus durchsucht“, sagt Bernd Hermesdorf, einer der Gründer von Lampadia. Diese Zeitzeugnisse könnten dann digital archiviert werden, um daraus möglicherweise neue Erkenntnisse zu gewinnen.

 Florian Lorenz (links) und Bernd Hermesdorf vom Lampadia-Team sichten 2015 Fotos vom Kriegsgeschehen im Frühjahr 1945.
Florian Lorenz (links) und Bernd Hermesdorf vom Lampadia-Team sichten 2015 Fotos vom Kriegsgeschehen im Frühjahr 1945. Foto: Axel Munsteiner

Die Veranstalter legen zudem Wert darauf, dass die Themenwoche ausschließlich zur Erinnerung diene. „Wir distanzieren uns ausdrücklich von Rechtsextremismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit jeglicher Art“, heißt es in ihrer Pressemitteilung.