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Als ein Bergrutsch Nittel verschüttete

Als ein Bergrutsch Nittel verschüttete

Auf eine spannende Zeitreise können Besucher am Sonntag, 6. November, im Bürgerhaus Nittel gehen. Historische Fotos, Dokumente und Ausstellungsstücke dokumentieren die Geschichte von Nittel und den Ortsteilen Köllig und Rehlingen von der Entstehung des Moseltals bis in die Gegenwart.

Nittel. Die Ausstellung erzählt von historischen Ereignissen und besonderen Menschen. Auf einer Zeitlinie wird die Entwicklung von Nittel, Köllig und Rehlingen in Bezug zu überregionalen Ereignissen gesetzt. Organisiert wird die Ausstellung von den Geschichts- und Kulturfreunden Nittel. "Das Leben hier ist geprägt von der Geschichte der Orte. Zum Beispiel im Weinbau. Das war unser Antrieb, eine solche Ausstellung zu machen", erklärt Hans-Josef Wietor. Der frühere Ortsbürgermeister und stellvertretende Vorsitzende der Geschichts- und Kulturfreunde Nittel beschäftigt sich schon lange mit der Historie des Ortes und hat auch eine Chronik geschrieben.
Über einige Jahrhunderte lag die Gemeinde in der Schnittstelle zwischen verschiedenen Großmächten und wurde so zum "Spielball der Geschichte". Die Einwohner haben viele friedliche Zeiten, aber auch kriegerische Auseinandersetzungen miterlebt. Zeitungsausschnitte, Ansichtskarten, Fotos und Dokumente zeigen die Entwicklung des Obermoselortes. Ein bedeutendes Ereignis war der Bergrutsch zum Jahreswechsel 1964/65, bei dem die Bahnstrecke und Straßen durch Erdbewegungen verschüttet wurden. Die Ausstellung hat aber noch mehr zu bieten. Einwohner von Nittel haben dem Verein geschichtsträchtige Relikte wie Fossilien oder Münzen, die sie gesammelt oder gefunden haben, zur Verfügung gestellt. Zu sehen ist zum Beispiel auch ein 200 Millionen Jahre alter Muschelkalkgesteinsbrocken mit eingelagerten Pflanzenresten, der im April 2010 bei Arbeiten im Tunnel zwischen Nittel und Wellen entdeckt wurde.
Spielt das Wetter mit, ist geplant, vor dem Bürgerhaus Traktoren und andere landwirtschaftliche Geräte auszustellen. Noch stecken die Mitglieder des Vereins in den Vorbereitungen, aber die Vorfreude ist groß. Wietor: "Jeder ist willkommen. Aber wir würden uns besonders über die vielen Neubürger freuen, die so auch mal sehen können, wie es früher hier war." Die Ausstellung findet am Sonntag, 6. November, 14 bis 19 Uhr, im Nitteler Bürgerhaus statt. Der Eintritt ist frei. Die "Gääkisch Fraaleit" bieten während der Ausstellung Kaffee und selbst gebackenen Kuchen an. mwi
Extra

Der Verein Geschichts- und Kulturfreunde Nittel wurde 2006 gegründet und hat heute 38 Mitglieder. Neben Vorträgen und Ausstellungen zur Nitteler Geschichte gehören zu den regelmäßigen Aktivitäten eine alle zwei Jahre stattfindende Städtefahrt mit dem Bus und die Veranstaltung Nittel musiziert, bei der jungen Nitteler Musikern und Vereinen die Möglichkeit gegeben wird, sich auf einer Bühne zu präsentieren. mwi