Als Lohn winkt ein Schluck Sekt

NITTEL. Spaziergänger machten große Augen beim Anblick dessen, was da in der Mosel dümpelte. Zwischen kreischenden Menschen waren Getränkekästen, eine Kuh und sogar ein Krankenbett zu sehen. Keine Flutkatastrophe, sondern das Moselfest der DLRG Nittel hatte begonnen.

Es genießt schon beinahe Kultstatus: das inzwischen traditionelle Obermoselschwimmen der Nitteler Ortsgruppe der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG). Einmal im Jahr treffen sich Taucher und Schwimmer aus ganz Deutschland am Nitteler Moselufer, um sich eingezwängt in enge Neoprenanzüge in die Fluten des Flusses zu stürzen.Gummi-Kuh und Betten schaukeln in den Fluten

Eine Strecke von rund zwei Kilometern gilt es zu durchschwimmen. Dabei kommt es weniger auf Geschwindigkeit und sportliche Höchstleistungen an, als auf den Spaß. Um dem etwas nachzuhelfen, geht schon mal die eine oder andere Flasche Wein oder Sekt mit ins Wasser. Und manch einer der Froschmänner und -frauen nimmt gleich einen kompletten Kasten Bier mit. Dann reicht bloßes Schwimmen nicht mehr aus, um an der Wasseroberfläche zu bleiben. Schwimmhilfen müssen her. Von den altbewährten Schwimmflügeln über die Kuh aus Gummi bis hin zum "Notfall-Intensivbett" aus Holz und Styropor wird so ziemlich alles benutzt, was im kühlen Nass Auftrieb erzeugt. Ziel der mehr oder weniger sportlichen Veranstaltung ist keine Medaille oder Ähnliches. "Als Lohn für das erfolgreiche Durchschwimmen der Strecke vom Rehlinger Bach stromabwärts bis zum Festplatz winkt ein Schluck Sekt", erklärt Karl-Heinz Sonntag von der Nitteler DLRG. Und den gebe es an der im Obermoselgebiet und wahrscheinlich weit darüber hinaus wohl einzigartigen schwimmenden Sektbar. Ob es bei einem Schluck bleibe, sei erfahrungsgemäß aber fraglich, meint Sonntag. Das bestätigt auch Nadine Zeimet. "Erst morgens um sieben sind die letzten im vergangenen Jahr nach Hause gegangen." Das Obermoselschwimmen bildete auch in diesem Jahr den Auftakt zum traditionellen Moselfest der Nitteler DLRG-Ortsgruppe, das bereits zum 14. Mal stattfand. Rund 80 Taucher und Schwimmer waren gekommen. Zum Programm der zweitägigen Veranstaltung gehörten neben einer warmen Dusche auf dem Moselradweg nach dem sportlichen Teil eine "Taucher-Disco" und eine große Tombola. Am Sonntag gab‘s die Möglichkeit, auf einer mit Luft gefüllten Gummi-Banane, gezogen von einem Motorboot, die Wellen der Mosel zu durchpflügen. Für die Kleinen stand eine Hüpfburg bereit. Eine Kinderbelustigung rundete das Programm ab. "Sicherheit, insbesondere im Bezug auf die Aktionen im und auf dem Wasser, wird bei uns groß geschrieben", betonte Karl-Heinz Sonntag. Dafür zuständig waren die Feuerwehren aus Nittel, Wellen und dem luxemburgischen Grevenmacher mit ihren Booten. Niemand musste fürchten, im Wasser zu versinken - allenfalls an einem der Getränkestände, aber dagegen ist selbst die Feuerwehr machtlos. Morgen: Das Saarweinstraßenfest im Konzer Tälchen.

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