Alt werden am Flussufer

Wohnen und Pflege unter einem Dach: Demnächst starten die Bauarbeiten für die Seniorenresidenz Saarburg. Am Saarufer wird ein Pflegeheim mit 79 Plätzen entstehen. Voraussichtlich im Frühjahr 2012 soll der Bau bezugsfertig sein.

Saarburg. Es wird noch einige Wochen dauern, bis es "richtig" losgeht. Ein kleiner Bagger und ein großes Bauschild weisen jedoch darauf hin: Es tut sich so langsam was auf dem Grundstück zwischen dem Saar-Hotel Jungblut und der Villa Keller am Saarburger Saarufer. In den kommenden Monaten wird dort ein Pflege- und Beratungszentrum entstehen. Investor ist die Ifa Beteiligungsgesellschaft Seniorenresidenz Saarburg aus Schillingen.

Neue Arbeitsplätze sollen entstehen



2007 hatte die Ifa Gesellschaft für Immobilien, die unter anderem den neuen Kindergarten in Palzem gebaut hat, zuletzt einen Versuch gestartet, Wohnen mit Pflege- und Dienstleistungen anzubieten. Die einzelnen Wohnungen sollten von privaten Kleinanlegern als Kapitalanlage genutzt werden. Das Konzept stieß auf wenig Resonanz, Geschäftsführer Wolfgang Schäfer zog seine Pläne zurück. Er ist nun froh, dass es bald losgeht. Schließlich sind zwischen dem Bebauungsplan (2002) und dem Baubeginn (2011) einige Jahre vergangen. Der Bau des Pflegeheims sei "ein wichtiger Infrastrukturbeitrag für Saarburg", so Schäfer: "Wir werden damit eine Lücke schließen im Bereich Altenpflege."

Zurzeit gibt es im Krankenhaus eine Pflegeeinrichtung, außerdem ist ein weiteres Pflegeheim in der Nähe des Schulzentrums Beurig geplant. Baubeginn soll dort im Frühjahr sein (der TV berichtete).

Betreiber ist die Evergreen Holding GmbH aus Bayern. Die Geschäftsführerin Kornelia Oswald-Diesel ist seit Jahren in der Branche tätig, hat vor der Neugründung der Evergreen-Gruppe bereits ein ähnliches Fachunternehmen geführt und 2008 verkauft.

Evergreen betreibt mehrere Pflegeheime in Deutschland - so werden gerade in Bonn und in Bayern Pflegeheime gebaut, ein weiteres hat die Firma in Paderborn zum Jahreswechsel übernommen. "Wir freuen uns sehr auf diesen Standort", sagt Oswald-Diesel. Ziel sei es, die Seniorenresidenz als "lebendigen Bestandteil der Kommune zu gestalten." In dem dreigeschossigen Bau, der wegen Hochwasserschutzes auf Stelzen errichtet wird, sind 79 Plätze geplant. Gebaut wird eine vollstationäre Pflegeeinrichtung mit verschiedenen Schwerpunkten - etwa der Betreuung von Demenzkranken. Jeder Bewohner hat ein Zimmer mit Bad, auf jeder Etage gibt es einen Gemeinschaftsraum und eine Küche. "Außerdem wird eine hauseigene Küche die Bewohner und ein kleines öffentliches Café versorgen", sagt der Projektentwickler Rolf Bläsius. Angelehnt an die sogenannte vierte Generation der Seniorenbetreuung (siehe Extra) stehe das Leben und Wohnen im Vordergrund, Pflege diskret im Hintergrund, erklärt Oswald-Diesel.

Neben Pflege- und Küchenpersonal werden weitere Arbeitsplätze entstehen. "Wir werden etwa 40 bis 50 Köpfe beschäftigen", sagt Oswald-Diesel. Es gebe bereits eine rege Nachfrage von Fachpersonal. Zudem lägen schon zehn Anfragen von möglichen Bewohnern vor.

Das Investitionsvolumen beträgt laut Bläsius rund sieben Millionen Euro. Voraussichtlich im Frühjahr 2012 wird die Seniorenresidenz eröffnet. ExtraVierte Generation der Senioreneinrichtungen: Der Mensch mit seinen Bedürfnissen steht im Mittelpunkt, es wird Wert auf kleinere Hausgemeinschaften oder Einheiten gelegt, um ein möglichst normales Leben in einer Gemeinschaft zu ermöglichen neben der stationären Pflege. Zum Leitbild dieser vierten Generation gehören demnach Attribute wie Geborgenheit, Normalität, Invidualität und Vertrautheit. Besonders für demenzkranke Pflegebedürftige ist laut Experten ein solches Wohn- und Pflegekonzept gut geeignet. (jka)

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