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Alte Dampflok, Gleis und viel Grün

Alte Dampflok, Gleis und viel Grün

Eine Grünanlage mit Technikkomponenten soll in der neuen Konzer Bahnhofstraße Akzente setzen. Das Thema des Projekts: Eisenbahnstadt Konz. Zentraler Blickfang ist die Museumslok, die heute noch ein Schattendasein führt.

Konz. Noch präsentiert sich die Konzer Bahnhofstraße als Baustelle - doch inzwischen kommt die Zielgerade in Sicht. Die Tiefbauarbeiten an den neuen Kanal- und Versorgungsanlagen sind abgeschlossen, und seit dem Sommer läuft der Reiseverkehr über die neuen Bahnanlagen nebenan. Noch führt der Weg dorthin durch ein Baustellengelände. Was dort 2015 im zweiten Bauabschnitt geplant ist, erklärt im Gespräch mit dem TV der beauftragte Trierer Landschaftsarchitekt Karlheinz Fischer: "Unser Ziel ist es, das Thema ,Bahn\' bei der Straßengestaltung mit Leben zu erfüllen."Lok wird in Szene gesetzt

Die Idee dazu entstand bekanntlich durch die Konzer Museumsdampflok. Nach rund 40 Jahren am alten Standort an der Michael-Scherer-Straße ist das technische Denkmal bedenklich verrottet. Der eigens dazu gegründete Verein Dampflokfreunde Konz will den Bahnveteranen rundum sanieren und auf der Bahnhofstraße angemessen in Szene setzen. Die Arbeiten haben begonnen, die Finanzierung des Lok-Projekts ist weitgehend gesichert (der TV berichtete). Weit größere Dimensionen hat die Neugestaltung der Bahnhofstraße. Geplant ist, die Straße in ihrem vorderen Bereich in Richtung Schillerbrücke durch eine weiträumige Mittelinsel mit Grünanlage und Parkplätzen zu teilen. Der Verkehr wird über die zwei Fahrspuren daran vorbeigeleitet, wobei die Einbahnstraßenregelung gilt (siehe Grafik). Man hätte die restaurierte Lok - wie vor vielen deutschen Bahnhöfen geschehen - einfach auf einen Sockel heben können, doch der Architekt wollte mehr. Fischer: "Um das Eisenbahnthema hervorzuheben, werden entsprechende Originalteile mit Symbolcharakter eingefügt." Das markanteste Stück ist das 40 Meter lange Gleisstück mit Schotterbett, symbolischem "Bahnübergang" und abschließendem Prellbock, auf das die Lok gestellt wird. Zum besseren Schutz vor der Witterung erhält sie dort eine Überdachung aus Stahl- und Glaselementen, die bereits in Arbeit sind. Da Fischer eine "trist-graue Schotterwüste" vermeiden wollte, werden über das Gleisbett blühende Pflanzen gestreut. Sie geben der Anlage den Charakter einer kaum noch genutzten Nebenstrecke. Das bereits verlegte Gleis endet kurz vor dem vorhandenen Mammutbaum, der wichtiges Gestaltungselement bleibt. Neben ihm wird eine Reihe kleinerer Bäume, Gehölze und Bodendeckerpflanzen für Grün sorgen. Weitere Komponenten der Gesamtanlage sind Parkplätze und gepflasterte Orte zum Verweilen. Sie werden ausstaffiert mit Bänken, möglicherweise einer Boulebahn, einer alten Bahnschranke, Fahrradständern und -boxen sowie einer historischen Bahnsteigüberdachung. Diese Konstruktion aus Stahl und Glas aus dem 19. Jahrhundert stammt vom Bahnhof Konz-Karthaus. Noch in der Diskussion ist die Errichtung eines alten Balkensignals (Signalmast mit Schwenkarmen), das früher typisch entlang der Bahnstrecken war. Architekt Karlheinz Fischer sagt: "Bei der Planung wurde darauf geachtet, dass die gesamte Anlage mit ihren einfachen Gehölzen, Bäumen und Bodendeckerpflanzen möglichst pflegeleicht ist und der Stadt Konz keine hohen Folgekosten verursacht." Erfreulich sei, dass die Anwohner bei dem Projekt mitzögen und es sehr befürworteten, "Die werden später auch ein Auge darauf haben," hofft Fischer. Meinung

Neugestaltung reicht nichtDiese Planung wirkt gelungen - die einst triste Konzer Bahnhofstraße wird nicht mehr wiederzuerkennen sein. Doch wie steht es mit der Nachhaltigkeit? Die regelmäßige gärtnerische Pflege dürfte für die Stadt kein Problem sein, zumal die neue Bepflanzung bewusst "wartungsfreundlich" gestaltet wird. Noch wichtiger ist die soziale Kontrolle an diesem Ort - ansonsten halten Vandalismus und Vermüllung schnell wieder Einzug. Das lehrt die Erfahrung. Ein spezifisch Konzer Problem ist das nicht, sondern betrifft grundsätzlich alle öffentlichen Anlagen, die zu sehr sich selbst überlassen werden. Hier sind besonders die Anrainer der Bahnhofstraße gefragt, die schon im eigenen Interesse "ihre" Anlage verschärft im Auge behalten sollten. Zum Schluss noch ein Gestaltungsvorschlag: Die Lok käme noch besser zur Geltung, wenn man ihr einen alten Wagon anhängen würde. konz@volksfreund.deExtra

Der Ausbau der Bahnhofstraße im ersten Bauabschnitt hinter der Schiller-Brücke hat 574 000 Euro gekostet. Noch keine verlässlichen Zahlen, so Achim Lutz von der Verwaltung, gebe es für den zweiten Bauabschnitt, bei dem 2015 die Grünanlage entsteht. Lutz: "Die Kalkulation für den Stadthaushalt 2015 läuft noch." Fest steht hingegen: Der Verein Dampflokfreunde hat für das Gleis und die Loküberdachung 44 000 Euro beigesteuert. f.k.