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Alte Häuser sanieren, neuen Wohnraum schaffen

Alte Häuser sanieren, neuen Wohnraum schaffen

Die Dorfinnenentwicklung liegt dem Rascheider Rat am Herzen. Das beweisen sein Ja zum geplanten Förderprogramm der Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil, der Bau der Dorf- und Kulturscheune und die aktive Beteiligung an Fach-Workshops.

Rascheid. Es geht weiter voran mit der Rascheider Dorf- und Kulturscheune. Der Ortsgemeinderat hat etwa 20 Aufträge im Wert von 130 000 Euro vergeben. Beauftragt werden unter anderem Klempner, Heizungsbauer, Fliesenleger, Elektriker, Schreiner, Schlosser und Fensterbauer. Laut Architekt Hans Müller sollen die Arbeiten Anfang Juli beginnen - etwa fünf Wochen später als erhofft - und Ende des Jahres weitgehend fertig sein.
Die Angebote überschreiten die kalkulierten Preise um etwa 16 Prozent. Müller führt das auf infolge des langen Winters proppevolle Auftragsbücher der Firmen zurück. Viele gaben erst gar kein Angebot ab. Wie berichtet entsteht das Gebäude mit Lagerräumen, Gemeindebüro und Chronikarchiv anstelle eines im April abgerissenen Bauernhauses. Die Bausumme von circa 440 000 Euro wird von der Europäischen Union gefördert.
Zuschuss für private Investoren


In derselben Sitzung hat sich nun auch Rascheid zur Dorfinnenentwicklung positioniert. Der Rat sagt Ja zu dem von der VG geplanten Fördertopf, der Bau-Missstände in den Dörfern beseitigen soll (der TV berichtete). Private Investoren, die alte Häuser kau fen und sanieren oder auch abreißen und neuen Wohnraum schaffen, sollen einen Zuschuss erhalten. Über Details wie die Höhe oder Voraussetzungen wird demnächst der VG-Rat entscheiden.
Der Haupt- und Finanzausschuss hat ihm bereits empfohlen, den Topf einzurichten. Vorausgegangen waren Beschlüsse in allen Kommunen, die dafür der VG die Gemeindeaufgabe "Förderung der Dorfinnenentwicklung" übertrugen. Nicht zugestimmt hat Grimburg. Der Rat befürchtet, ein Stück Freiheit aufzugeben. Ebenfalls vorgesehen ist, Sanierungsgebiete in den Kernzonen auszuweisen, was wegen steuerlicher Vorteile auch investierende Baugesellschaften locken soll. Das ganze Dorf würde von dieser laut Büroleiter Werner Haubrich "Win-Win-Situation" profitieren. Auch weil dann sicher Mietwohnungen geschaffen würden, die derzeit im Ort fehlen. Das wurde beim Workshop Innenentwicklung deutlich, an dem Räte und Bürger teilnahmen.
Moderatorin Beate Stoff vom Osburger Büro Plan B stellte Eckdaten und Ergebnisse vor. Demnach standen Ende 2012 in Rascheid 14 Wohnungen oder Häuser leer, was relativ viele seien. Zumal die Bevölkerung wie vielerorts ja rückläufig ist. 2011 lebten 495 Bürger im Ort - im allgemeinen Boomjahr 2002 waren es 52 mehr.
Stoff lobte den "lebendigen" Workshop. 21 Ideen, wie gegengesteuert werden könnte, seien gesammelt worden. Förderprogramme wie das der VG seien eine Möglichkeit. Den Teilnehmern sei zudem wichtig gewesen, auch Angebote für ältere Menschen zu schaffen. Ein Rat appellierte jedoch, vor allem junge Menschen zu bewegen, zuzuziehen oder zu bleiben. Wegen der regen Beteiligung wird laut Ortsbürgermeister Andreas Ludwig eventuell ein weiterer Workshop angeboten. urs