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Alte und moderne Kreuzweg-Bilder sind in Saarburg ausgestellt.

Glaube : Der Kreuzweg – früher und heute

Vor der Entsorgung gerettet: Saarburger Ausstellung zeigt Leidensweg Christi in einer 162 Jahre alten Version und wie Menschen diesen in der Gegenwart sehen.

Leise Orgelklänge (von Organist Jörg Thomas) leiten in der Pfarrkirche St. Laurentius in Saarburg eine besondere Ausstellungseröffnung ein. Gezeigt werden die 14 Stationen des Kreuzweges Christi in einer 162 Jahre alten Version und in Kontrast dazu Werke, wie sich Künstler, darunter auch Kinder, einen Leidesweg heute vorstellen. Die beiden Versionen können auf- und zugeklappt werden – ein Sprung über 2000 Jahre hinweg.

Maria Schweich, gebürtig aus Saarburg, hat in Longuich ein Kunstatelier. In ihrer Begrüßung schildert sie, wie sie zu den historischen Kreuzwegbildern gekommen ist: „Auf einem Spaziergang vor fünf Jahren habe ich die alten, kaputten Bilderrahmen mit teilweise zerschnittenen Leinwänden gegenüber unserer Kirche an einer Mauer angelehnt gefunden.“Eine Nachfrage ergab, die sollten weg in den Sperrmüll. Bald schon sollte der Müllwagen um die Ecke biegen. Laut kirchlicher Denkmalpflege lohne sich eine Restaurierung nicht mehr. Maria Schweich hatte ihr Projekt.

Wie die alten Kreuzweg-Bilder in Longuich gerettet wurden

Mühelos bekam sie mehr als 100 kreativ Schaffende, Erwachsene wie Kinder und Jugendliche, zusammen, um an der Rettung der historischen Kunstwerke zu arbeiten. Es folgten vier Jahre mühevoller Kleinstarbeit mit vielen helfenden Händen.

Dass die 14 Bilder immer noch nicht perfekt sind, sieht man ihnen an, aber auch, wie viel Mühe darin steckt, sie überhaupt als solche zu erkennen. Sponsoren übernahmen die Kosten dieser Aktion.

Die sehr persönlichen, neuen Bilder bestehen aus Fotos, Drucken, Texten mit Objekten. „Kunst zum Anfassen“, darauf legt Maria Schweich großen Wert. Pastor Georg Goeres sieht hier eine Werkschau zum Mitfühlen, beten und meditieren. Er fordert Besucher auf, Stationen zu finden, die ganz persönlich ansprechen: „Lasten tragen wir alle gerade wieder mit Corona und dem Krieg in der Ukraine.“

Die Ausstellung ist in Saarburg bis zum 16. April zu sehen, wird ab 14. August in St. Laurentius Longuich aufgebaut und wandert dann weiter ab 3. Oktober nach Mehring in die Kirche St. Medardus.