Alte Weinsorte in neuer Qualität

Alte Weinsorte in neuer Qualität

Wie schmeckt der neue Elbling, welche Produkte werden angeboten, ist der Elbling immer noch das Flaggschiff der Obermosel? Antworten auf diese und andere Fragen gab es am Probetag der Elblingfreunde der südlichen Wein-Mosel in der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Trier.

Trier/Konz. Albrecht Ehses von der IHK Trier begrüßte es sehr, dass der diesjährige Probetag der Elblingfreunde erstmals in den Räumlichkeiten der IHK Trier in der Herzogenbuscher Straße stattfand. Bisheriger Veranstaltungsort ist in den vergangenen vier Jahren der Frankenturm gewesen. "Dort wurde es einfach zu eng", sagte Michael Biewers, Vorsitzender der Elblingfreunde.
So stellten sich in diesem Jahr mit 22 fast doppelt so viele Winzer am Probetag der Elblingfreunde vor wie in den vergangenen Jahren.
Eine der ältesten Rebsorten


Der Elbling gehört zu den ältesten Rebsorten Europas. Die Reben stehen auf Muschelkalkböden, nicht auf Schieferböden, wie beispielsweise beim Riesling üblich. Elbling wurde bereits von den Römern angebaut, aber im Laufe der Jahre immer mehr vom Riesling verdrängt.
Auch wenn der Elbling immer noch das Flaggschiff der Obermosel ist: Allein von dieser Rebsorte lebt kaum ein Betrieb. Die meisten Winzer bauen noch andere Rebstöcke an.
Angesprochen auf das Konkurrenzverhalten unter den einzelnen Winzern antwortet Michael Biewers ganz offen: "Zwischen uns gibt es kein Konkurrenzdenken, wir sind alle Freunde, die denselben Beruf haben."
Nicht nur das Image der Weinbauern hat sich im Laufe der Jahre sehr geändert. Es gibt moderne Etiketten, sehr junge Winzerinnen und Winzer, und auch beim Elbling bemerkt Michael Biewers einen Trend: "In den letzten Jahrzehnten hat sich viel getan, was die Qualität betrifft. Der Elbling wird immer besser und immer mehr Leute lernen ihn kennen und schätzen."

Leichter, spritziger Wein


Vor allem in den Sommermonaten ist der leichte, spritzige Wein ein süffiges Getränk. Die Aromen haben Apfel- und Zitrusnoten und strahlen Frische aus. "Ein idealer Sommer- und Terrassenwein", schwärmt Biewers. Da er etwas säurebetonter als andere Rebsorten ist, eignet sich der Elbling hervorragend zur Sektherstellung. Befragt zur Herstellung alkoholfreier Weine und Sekte herrscht bei den Elblingfreunden allgemeine Ablehnung. Biewers dazu: "Das ist kein wirkliches Thema. Alkohol gehört bei unseren Produkten einfach dazu. Die Geschmacksvielfalt geht bei der Herstellung verloren und die Qualität ist nicht mehr gegeben." Rund 400 Besucher sind am Elbling-Probetag der Einladung der Winzer der südlichen Wein-Mosel gefolgt, darunter auch Jutta und Frank Rass aus Trier. "Wir waren immer pro Riesling, aber jetzt sind wir ganz angetan von den tollen Weinen und Sekten hier."Extra

22 Betriebe der südlichen Mittelmosel von Metzdorf (an der Sauer) bis Perl stellten in diesem Jahr 200 Weine, Seccos, Sekte und Traubensäfte zur Verköstigung vor. Darunter weiße und rote Burgunderweine, Weine vom Auxerrois, Riesling, Gewürztraminer und roter Regent. Die Palette der Sekte reicht vom roten und weißen Elblingsekt, Weißburgunder brut bis hin zum Pinaux Sekt brut und Blanc de Noir. Die Sekte der Winzer der südlichen Mittelmosel sind nach der Methode der traditionellen Flaschengärung hergestellt. Die Preise liegen pro Flasche Elblingwein bei vier bis sechs Euro, für Burgunder bei sieben bis acht Euro und für Winzersekt bei acht bis elf Euro. kap