Alter Schmugglerpfad wird zur Traumschleife

Alter Schmugglerpfad wird zur Traumschleife

Die erste länderübergreifende Traumschleife ist fertig. Bei einer Wanderung auf dem 14 Kilometer langen Greimerather Höhenweg geht es vom namensgebenden Dorf im rheinland-pfälzischen Teil des Hochwalds hinüber ins saarländische Bergen. Am Freitag wurde die Strecke offiziell eröffnet.

Seit 2007 schreibt der Saar-Hunsrück-Steig (SHS) zwischen Mettlach und Idar-Oberstein beziehungsweise Trier eine Erfolgsgeschichte. Durch den anerkannt schönsten Fernwanderweg Deutschlands ist der Wandertourismus in der Region im Aufschwung. Aber: "Mit dem Rückgrat Saar-Hunsrück-Steig allein ist es nicht getan. Es war von Anfang an klar, dass man auch die Rippen, also die Dörfer und die Gegend um die Haupttrasse herum, einbinden muss", so formuliert es Werner Angsten, Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Kell am See, zugleich Vorsitzender des Vereins Hochwald-Ferienland. "Der mit den vielen Wandergästen verbundene Umsatz soll nicht nur in einer Linie hängen bleiben, sondern wir wollen den Erfolg des Steigs in die Fläche tragen", sagt Achim Laub; Leiter des zentralen SHS-Projektbüros in Losheim, ergänzend.

Deshalb wird seit einiger Zeit unter dem Titel Traumschleifen ein dichtes Netz an Rundwanderwegen geknüpft, die sich entweder direkt an den SHS andocken oder sich in dessen Nähe befinden.

Tester des Wanderinstituts vergeben 55 Erlebnispunkte



Der neu eröffnete Greimerather Höhenweg ist die inzwischen 48. Traumschleife, die fertig ist. Bei der Zertifizierung hat sie von den strengen Testern des Deutschen Wanderinstituts 55 Erlebnispunkte bekommen, was die Aufnahme in den Kreis der Wanderwege mit dem Zusatz "Premium" bedeutet.

Mit dem Greimerather Höhenweg wird gleich in zweifacher Hinsicht Neuland betreten. Zum einen ist der 14 Kilometer lange Rundkurs die erste Traumschleife, die die Ländergrenze zwischen dem Saarland und Rheinland-Pfalz überschreitet. Zum anderen hat nun auch die VG Kell ihre erste Traumschleife.

Die Strecke führt von den beiden empfohlenen Startpunkten (dem Dorfplatz in Greimerath oder dem Panzhaus an der B 268) aus zumeist durch den Wald. Die breiten, geschotterten Forstautobahnen werden bei der Wegführung aber konsequent gemieden. Stattdessen geht es auf schmalen Trampelpfaden über den weichen Waldboden. Immer wieder gibt es aber auch Passagen über Wiesen und Flurflächen. Gerade auf diesen Abschnitten - so zum Beispiel am Judenkopf - können Wanderer dann schöne Ausblicke auf Greimerath und Umgebung genießen. Für Ortsbürgermeister Edmund Schmitt gewinnt der Weg seinen "besonderen Charme" dadurch, dass er mitten durch das Naturschutzgebiet Ochsenwiese führt. Aber auch die Lourdes-Grotte oder die stillgelegte Grube Luise bezeichnet er als Höhepunkte am Wegesrand. "Wir erhoffen uns durch die Traumschleife eine deutliche Belebung des Tourismus in unserem Ort und sind froh, dass wir jetzt eine wunderbare Anbindung an den Steig haben und damit ein Stück vom großen Kuchen abbekommen", betont Schmitt.

Aber natürlich sei der Weg auch für Einheimische gedacht. Johannes Franzen ist einer von ihnen und sagt nach der Auftaktwanderung: "Mir gefällt der Weg sehr gut". Allerdings: So neu sind die jetzt ausgeschilderten Pfade zwischen Greimerath und Bergen für die Ortskundigen nun auch nicht. Denn: "Wir nutzen hier ausgetretene Schmugglerwege", so Bergens Ortsvorsteher Werner Krewer. Zwischen dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Rückgliederung des Saarlands nach Deutschland (Ende der 1950er-Jahre) nutzten die Leute nämlich diese Schleichwege, um mit ihren Waren unentdeckt an den französischen Zöllnern vorbeizukommen.

Extra Greimerather Höhenweg: Länge: circa 14 Kilometer Gehzeit: circa vier Stunden Profil: mittelschwer Einkehrmöglichkeiten: Restaurant Greimerather Forst in Greimerath (Telefon 06587/257) oder Gasthaus Panzhaus an der B 268 (Telefon: 06587/991284)

Mehr von Volksfreund