Alternative Energien: Auch Gusenburg will an den Wind

Alternative Energien: Auch Gusenburg will an den Wind

Mit dem Beitritt zum "Solidarfonds Windenergie" will Gusenburg einen Teil der Pachterlöse künftiger Windkraftanlagen in der Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil abhaben. Auch mit dem Status als Nichtwindkraftstandort will sich der Ortsgemeinderat noch nicht abfinden. Ein neuer Arbeitskreis soll den Markt der Anbieter sondieren.

Gusenburg. Aus dem Solidarfonds "Windenergie" der Verbandsgemeinde winkt bares Geld für die leeren Kassen der Ortsgemeinden der VG Hermeskeil. Von der Pacht, die von den Betreibern der künftigen Windräder auf dem Territorium der VG gezahlt wird, sollen nämlich alle zwölf Ortsgemeinden - und die Stadt Hermeskeil - etwas abbekommen. Sämtliche Gemeindeparlamente müssen dem jedoch zustimmen.
"Wir stellen zunehmend das Auseinanderklaffen in ärmere und reichere Ortsgemeinden fest", erklärte VG-Bürgermeister Michael Hülpes den Gusenburger Ratsmitgliedern auf der jüngsten Ratssitzung. Dem soll der Solidarfonds Windenergie ein wenig entgegenwirken.
In einem Rechenbeispiel wären rund 200 000 Euro im Topf. Davon würden 25 Prozent direkt an Nichtwindkraftgemeinden ausgezahlt. Der Rest fließt in die Senkung der VG-Umlage, die alle Ortsgemeinden und die Stadt Hermeskeil zahlen müssen.
"Das ist nicht besonders viel", stellt das Gusenburger CDU-Ratsmitglied Dieter Blatt fest. Schließlich bezahle die Ortsgemeinde ja auch bei der Planung mit. "Wir wissen nicht, ob wir überhaupt Windkraftgemeinde werden können", erläuterte Ortsbürgermeister Josef Barthen. Doch VG-Bürgermeister Hülpes versprach nach dem Beitrittsvotum: "Wir werden für den Windkraftstandort Gusenburg kämpfen."
Gremium soll Angebote ausloten


Um diesen "Kampf" zu unterstützen, bildet der Ortsgemeinderat ein neues Fünfergremium. Dem Arbeitskreis "Regenerative Energien/ Windkraft" steht Ortsbürgermeister Josef Barthen vor. Ferner gehören die beiden Beigeordneten Marco Weber und Erwin Weber (beide FWG) und der Fraktionssprecher der FWG, Thomas Köhl, dem Gremium an. Die CDU willihren Vertreter noch benennen.
"Wir werden den Markt der Windkraftanbieter sondieren, um dem Rat das bestmögliche Angebot als Beschlussempfehlung vorlegen zu können", umriss Barthen die Aufgabenstellung der neuen Arbeitsgruppe. Wenn sich Gusenburg als profitabler Standort für die Windräder eignen sollte, soll die Baureife aber schon möglichst bald in greifbare Nähe rücken.
Bevor es soweit ist, müssen externe Planer jedoch erst einmal die verschiedensten Gutachten erstellen. Aus Naturschutzgründen muss beispielsweise eine komplette Vegetations- und Vogelflugperiode beobachtet und bewertet werden. "Der früheste Zeitpunkt der Umsetzung von Windkraft ist das Frühjahr 2013", so die Einschätzung von Ortschef Barthen. doth

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