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Altes Eisen versperrte Durchfahrt

WALDRACH/KORLINGEN. Der Bau des Ruwerradweges auf der ehemaligen Bahntrasse wirft seine Schatten voraus: An der K 12 zwischen Waldrach und Korlingen wurde mit der Sanierung einer ehemaligen Eisenbahnbrücke begonnen. ARRAY(0xacfc248)

Die Kreisstraße 12 zählt zu den beliebten und zweckmäßigen Verbindungen nach und von Trier. Eine unangekündigte zweitägige Vollsperrung sorgte in der vergangenen Woche bei vielen Autofahrern für Unmut. Hunderte von Pendlern aus dem unteren Ruwertal und dem vorderen Hochwald nutzen die Straße täglich, um an ihre Arbeitsstelle, zum Einkauf oder auch nur zu einem Bummel in die Stadt und wieder zurück zu gelangen. Für viele Verkehrsteilnehmer gab es aber am Mittwoch kein Zurück mehr aus Trier ins Ruwertal. Quasi über Mittag war die so genannte "Ruwertalstraße" voll gesperrt worden. Auch aus der anderen Richtung war ein Befahren der Verbindung nicht mehr möglich. "Erst bei Korlingen wurde ich auf die Vollsperrung aufmerksam gemacht", erzählt eine Autofahrerin. Sie musste wieder zurück nach Trier und dann über Ruwer nach Kasel fahren. "Ein erster Hinweis auf die Vollsperrung wäre spätestens am Filscher Häuschen wünschenswert gewesen", sagt die junge Frau. Wer trotz Verbotsschild und Warnbaken sein Glück auf eigene Faust versuchte und die Sperrung am Anfang der Ruwertalstraße in Waldrach umfuhr, der stand nach wenigen hundert Metern vor einem riesigen Koloss - ein Kranwagen versperrte den Weg. Was vor sich ging, war auf den ersten Blick nicht auszumachen. Von dem Kranwagen abgesehen vervollständigten mehrere Schwertransporter, ein weiterer kleiner Kranwagen, Werkzeug und weiteres schweres Gerät das Bild.Geländer und Gleise demontiert

Mit der K 12 hatte dieser ganze Aufwand nichts zu tun. Eher war die daneben verlaufende ehemalige Bahntrasse das Ziel der fleißigen Handwerker. Genauer gesagt, eine der fünf Ruwerbrücken, die der künftige Radweg überqueren soll, wurde von der Abbruch- und Rückbau-GmbH "Fugabau" aus Gusterath-Tal abgebaut. Chefin Christine Scherf: "Ohne diese Vollsperrung hätten wir die Maßnahme nicht bewältigen können." Sie selbst habe aber ab Beginn der Arbeiten für entsprechende Hinweise im Hörfunk gesorgt. Der Abbau folgte in mehreren Schritten. Zunächst waren das Brückengeländer und die Gleise demontiert und der Gehweg auf der Brücke beseitigt worden. Erst danach konnte mit Hilfe der 180- beziehungsweise 250-Tonnen-Kräne die Metallkonstruktion in zwei Teilen auf die Straße gehoben werden. Die über 25 Meter langen Elemente wogen jeweils rund 25 Tonnen. Vor dem Abtransport der riesigen Teile wurden die Träger an Ort und Stelle zerlegt. Sie werden der Wiederverwertung zugeführt. Fugabau-Chefin Christine Scherf: "Die Gesamtmaßnahme obliegt dem Landesbetrieb Straßen und Verkehr und der Straßenmeisterei Hermeskeil. Wir waren nur für den Abbau verantwortlich." Die Verbandsgemeindeverwaltung in Ruwer war lediglich über die Straßensperrung informiert. "Was dort gemacht werden sollte", sagte Sachbearbeiter Manfred Kopp, "war uns nicht bekannt." An der abgebauten Brücke sollen die Brückenköpfe saniert und ein neuer, hölzerner Übergang geschaffen werden. Weitere vier Brücken, so Christine Scherf, sollen für die Verwirklichung des Radweges ausgebessert werden. Dabei wird bei einer Brücke ebenfalls das tragende Eisenteil aus- und nach entsprechender Sanierung wieder eingebaut. Morgen in unserer Serie: Initiative des Tus Holzerath: Cowboy-Kirmes in Eigenregie auf die Beine gestellt.