Am Baum gereift und in den Handel

Am Baum gereift und in den Handel

BEKOND. Manche sind halt spät reif - was aber nichts über ihre Qualität aussagt - gemeint sind bestimmte Apfelsorten und ihre künstlich gezüchteten Mutanten. In Bekond informierte das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) nun Obstanbauer über das Für- und Wieder der Früchte.

Auf der drei Hektar großen Versuchsfläche im Betrieb Norbert Briesch aus Bekond testet das DLR als Nachfolgerin der ehemaligen Landeslehr- und Versuchsanstalt Trier die Entwicklung verschiedener Neuzüchtungen unter regionalen Bedingungen. Nach Angaben von Josef Scheuer, Leiter des DLR-Trier, wird die Testplantage auf der Gemarkung Bekond seit drei Jahren betrieben. Zwei weitere rheinland-pfälzische Apfel-Versuchsflächen gibt es bei Oppenheim und bei Neustadt/Weinstraße. Scheuer: "Die Plantage in Bekond ist mit ihrer Lage in etwa 200 Metern Höhe über dem Meeresspiegel repräsentativ für den Obstanbau in der Region Trier. Die dort erzielten Ergebnisse vermitteln Rückschlüsse auf die Entwicklung der Sorten und Mutanten unter den örtlichen Bedingungen." Zweck sei es, die regionalen Obstanbauer beim Kauf neuer Pflanzen vor teuren und existenzbedrohenden Fehlentscheidungen zu schützen. Wie verhält sich etwa eine Apfelkreuzung wie die japanische "Fuji" unter den klimatischen Bedingungen der Westeifel? Wird die Frucht ausreichende Marktreife entwickeln? Wie resistent ist die Pflanze unter hiesigen Bedingungen gegen Schädlinge und Krankheiten? Welche Rolle spielen die Witterungsbedingungen in der Region? Auf solche und ähnliche Fragen will das DLR eine Antwort geben. Nachdem im Spätsommer die Ergebnisse der früh reifenden neuen Sorten und Mutanten vorgestellt worden waren (wir berichteten), kamen nun die Ergebnisse der späteren Reifegruppen unter die Lupe. Gerhard Baab vom zuständigen DLR-Kompetenzzentrum Gartenbau in Ahrweiler stellte die insgesamt 39 spätreifenden Sorten und Mutanten vor. Die zum Termin auf der Lage Norbert Briesch erschienenen Obstanbauer erhielten Informationen über Für und Wider der Pflanzen, über Risiken, Vorteile und Marktchancen der Früchte.Problematische Schönheitsfehler

Beim Durchgang durch die Pflanzreihen waren sich Erzeuger und Berater einig: Beim Apfelkauf spricht auch das Auge mit. Verlockend rot ist etwa die italinienische Züchtung "Rubens" - eine italienische Kreuzung der bekannten Sorten Elstar und Gala. Probiert und diskutiert wurde an zahlreichen spätreifenden Pflanzreihen. Die Namen klingen verlockend: Rubinette, Topas, Nicoter, Rubinette Rosso oder Fuji. Die Früchte sollen im Laden oder am Marktstand für sich selbst werben. Da kann schon ein geschmacklich unbedeutender Schönheitsfehler zum Problem werden.

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