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Am früheren Schießplatz fliegen heute Späne

Am früheren Schießplatz fliegen heute Späne

Es ist das bisher einzig erfolgreiche Konversionsprojekt an der Hochwaldkaserne: Am ehemaligen Schießplatz werden heute Holzhackschnitzel produziert und gelagert. Die Firma Hermeskeiler Holzhackschnitzel hat sich dort niedergelassen, eine Million Euro investiert, zehn Arbeitsplätze geschaffen und jetzt die Einweihung gefeiert.

Hermeskeil. Bei den Bemühungen um eine zivile Nachnutzung der Ende 2006 geschlossenen Hermeskeiler Kaserne und des dazugehörigen Übungsplatzes hat in den zurückliegenden Wochen eine Negativ-Nachricht die nächste gejagt. Das Tourismus-Projekt Dorf Hochwald platzte, weil dessen Macher pleitegingen. Der direkt folgende Besitzerwechsel der Kaserne an die Privatgesellschaft Viresca ist weiterhin rechtlich umstritten (der TV berichtete).
Betrieb wächst weiter


Bei all diesen geräuschvollen Entwicklungen ist jedoch beinahe in Vergessenheit geraten, dass es auf dem einstigen Militärgelände immerhin eine erfreuliche Ausnahme gibt.
"Natürlich lesen auch wir diese ganzen negativen Geschichten. Bei uns ist es aber sehr gut angelaufen." Das sagt Bernhard Ziegler, der kaufmännische Leiter des Unternehmens Hermeskeiler Holzhackschnitzel.
Firmen-Chef Peter Marx, der aus dem saarländischen Heusweiler kommt und dort seit 16 Jahren in der Maschinenbaubranche tätig ist, hatte zuvor dem Bund einen Teil des früheren Übungsplatzes abgekauft - und zwar das Gelände am früheren Schießplatz, das auf der Gemarkung der Gemeinde Gusenburg liegt.
"Es ist das erste wichtige Projekt auf unserer Konversionsfläche. Und wir sind froh, dass es von einem soliden mittelständischen Geschäftspartner so geräuschlos erfolgreich umgesetzt wird", betont Michael Hülpes, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Hermeskeil und zugleich Vorsteher des Zweckverbands Konversion.
Dabei ist der alltägliche Betrieb der neu angesiedelten Firma Hermeskeiler Holzhackschnitzel durchaus mit einigem Lärm verbunden. Wie der Name schon sagt, werden seit einigen Monaten am früheren Schießplatz Holzhackschnitzel produziert. Und dafür muss der angelieferte natürliche Rohstoff erst einmal mit Maschinen geschreddert und gesiebt werden. Unter anderem liefern die Forstämter in Hermeskeil und Dhronecken Stammholz an. Auch das unbrauchbare Restmaterial aus diversen Sägewerken wird auf dem früheren Schießplatz verarbeitet, um daraus einen Brennstoff zum Heizen zu machen. Zu den Abnehmern der Marxschen Firma zählen neben Industriebetrieben auch die Integrierte Gesamtschule (IGS) und das Gymnasium in Hermeskeil. In beiden Einrichtungen gibt es große Holzhackschnitzelanlagen. 300 bis 400 Kubikmeter Holz werden laut Ziegler täglich verarbeitet. "Wir befinden uns aber noch in der Endphase des Aufbaus", betont der kaufmännische Leiter. Es sollen noch zwei weitere Hallen gebaut werden, damit es über den Winter genug Kapazität gibt, um die Holzhackschnitzel trocken zu lagern. Außerdem soll noch eine stationäre Schredder- und Siebanlage errichtet werden. Bisher passiert das noch draußen auf dem freien Gelände. Ursprünglich, so Firmenchef Marx, habe er in der Anfangsphase mit drei Arbeitsplätzen in seinem neu gegründeten Betrieb gerechnet. "Die Geschäfte sind aber so gut angelaufen, dass wir hier schon zehn Leute eingestellt haben."
Bei der offiziellen Einweihungsfeier betonte Ortsbürgermeister Josef Barthen: "Wir Gusenburger sind natürlich besonders stolz darauf, dass ausgerechnet auf unseren lange brachliegenden Flächen der erste Investor auf dem gesamten Konversionsgelände gefunden wurde".
Barthen erinnerte auch daran, dass sich ursprünglich am Schießplatz eine andere Firma niederlassen wollte - nämlich das Unternehmen weihnachtsbaum.de. Den letztendlich gescheiterten Verhandlungen mit dem Zweckverband trauert Barthen jedoch nicht nach. "Die Firma Hermeskeiler Holzhackschnitzel hat ein klares Konzept und sie setzt hier auch etwas um, was andere nur versprochen haben."