Am Walderlebniszentrum Trassem haben Schüler die Natur erkundet.

Natur : Warum die Douglasie nach Orange riecht

Am Walderlebniszentrum Trassem haben mehr als 1000 Schüler spielerisch die Natur erkundet. Sie suchen Tiere und bauen deren Wohnungen nach.

Der Wald zeigt wie kein anderes von Menschen genutzte Naturgut die langfristige Wirkung und die Zukunftsverantwortlichkeit unseres Handelns. Die Folgen des Klimawandels zum Beispiel sind im Wald deutlich zu sehen.

Auch bei den Wald-Jugendspielen in Trassem stand das Wissen um Wald und Natur im Blickpunkt – in spielerischer Form. So mussten die Kinder im Wald lebende Tiere „entdecken”, die man als Holzfiguren versteckt im Unterholz aufgestellt hatte. Oder sie lernten etwas über die verschiedenen Baumarten, die es im Wald gibt. „Das war richtig spannend”, sagt der neunjährige Can, der gerade erfahren hat, wie aus Holz ein Schreibtisch entsteht. „Man hat was gelernt”, findet auch sein Klassenkamerad Kristian (8). Die beiden sind mit ihrer Klasse der Konzer St. Nikolaus Grundschule unterwegs.

Zwölf Stationen gibt es auf einem etwa zwei Kilometer langen Rundweg zu entdecken. Im Mittelpunkt steht aber nicht der Wettbewerb, sondern ein gelungener Tag. Extrapunkte konnten die Kinder der dritten Klassen bei einer durch die Sparkassen dotierten Kreativ­aufgabe sammeln. Aus Naturmaterialien wie Zapfen, Zweigen oder Steinen sollten die Kinder darstellen, wie die Wohnungen der Tiere im Wald aussehen. Organisiert wurden die Waldspiele in Trassem von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Landesverband Rheinland-Pfalz, in Verbindung mit dem Forstamt Saarburg.

„Für uns Forstleute ist das immer eine schöne Abwechslung”, sagt Förster Peter Strupp. „So viel Besuch im Wald haben wir sonst selten.” 57 Schulklassen sind dieses Jahr am Start, darunter gemischte Klassen mit deutschen und französischen Kindern. Zwei Klassen kommen aus dem Saarland. „Auch bei den Förstern pflegen wir den Austausch. Es sind Kollegen aus dem Saarland und aus Luxemburg hier”, sagt Forstamtsmann Dietmar Schwarz, der die Organisationsleitung hat. Es sei dennoch eine Herausforderung, eine solche Veranstaltung auch personell zu stemmen.

Zu den 60 Förstern, die an beiden Tagen im Einsatz sind, kommen etwa 80 teilweise ehrenamtliche Helfer. Neben den Mitgliedern der Waldjugendgruppen Greimerath und Trassem sind auch einige pensionierte Kollegen von Schwarz dabei. „Ich finde es aber schade, dass im Lehrplan der siebten Klassen für den Naturkundeunterricht nicht die Themen sind, die wir uns wünschen. Wir entwickeln zur Zeit ein alternatives Angebot mit einer App, um Schülern, die mit Smartphones aufgewachsen sind, den Zugang zum Thema Wald zu öffnen”, erzählt Schwarz. Trotz des großen Aufwands haben aber alle ihren Spaß.

Wo ist der Fuchs? Ihn aufzustöbern war eine Aufgabe für die Schüler. . Foto: Matthias Willems

„Wenn die Kinder nach Hause kommen und erzählen, dass die Nadel einer Douglasie nach Orange riecht oder man Tannenzapfen nie am Boden findet, dann haben alle gewonnen”, sagt Forstpate Philipp Weckbecker.

Mehr von Volksfreund