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Amphibienwanderung in der Region: Frösche und Kröten hüpfen über die Straßen

Kreis Trier-Saarburg. Derzeit wandern Frösche und Kröten zu ihren Laichgewässern. Straßen werden für sie dabei oft zur tödlichen Falle. Die Kreisverwaltung bittet Autofahrer um Vorsicht. An einigen Stellen wird explizit vor den Tieren gewarnt. Marion Maier

Wenn die Nächte im Frühjahr wärmer als fünf Grad Celsius werden und die Witterung feucht ist, dann beginnen die Kröten und Frösche damit, zu ihren Laichgewässern zu wandern. Für sie endet dann die Zeit der Winterruhe. Paarung und Vermehrung sind angesagt. Meist sind die Amphibien zwischen 19 und 24 Uhr unterwegs.
Thomas Müller, Pressesprecher der Kreisverwaltung, schätzt, dass die Wanderung noch etwa zwei Wochen andauern wird. Für viele Amphibien werden bei ihrer Wanderung die Straßen, die sie überqueren, zur tödlichen Falle.

Besonders die Erdkröten sind gefährdet. Die Männchen dieser Art machen es sich nämlich besonders bequem. Sobald ein paarungsbereites Männchen ein Weibchen erblickt, versucht es, auf dessen Rücken zu klettern und klammert sich dort fest. Huckepack lässt es sich dann zum Gewässer tragen. Das schwer bepackte Weibchen braucht laut Müller dann etwa zehn Minuten, um eine 7,5 Meter breite Straße zu überqueren.

Kilometerlange Tour

Zur Laichablage kehren Kröten stets in das Gewässer zurück, in dem sie geboren wurden. Dabei legen sie bis zu vier Kilometer zurück. Die Eier (der Laich) der Amphibien entwickeln sich im Wasser zu Larven, die bei Fröschen, Kröten und Unken Kaulquappen genannt werden. Ihnen wachsen Beine, der Schwanz entwickelt sich zurück. Besonders wichtig ist, dass sie die Kiemen zurückbilden, die Atmung sich zur Lunge und Hautoberfläche verlagert.
Zum Schutz der Kröten, Molche und Frösche werden unter Leitung der Verwaltung verschiedene Maßnahmen im Kreis Trier-Saarburg ergriffen. So sollen Hinweisschilder mit dem Krötensymbol zusammen mit Geschwindigkeitsbegrenzungen Autofahrer dazu veranlassen, langsamer zu fahren. Darüber hinaus werden an einigen Streckenabschnitten Schutzzäune errichtet. Morgens und abends werden die in Eimern gesammelten Tiere von ehrenamtlichen Helfern dann über die Straße getragen.

Alle Verkehrsteilnehmer können laut Müller helfen, das Sterben der Amphibien auf Straßen im Landkreis zu verhindern, indem sie in den kommenden Wochen nachts die gekennzeichneten Streckenabschnitte insbesondere bei feuchter Witterung, langsam und mit Vorsicht passieren oder - wenn möglich - ganz umfahren.
Weitere Informationen zum Thema Amphibienschutz gibt es bei der Kreisverwaltung Trier-Saarburg unter Telefon 0651/715-282 oder per E-Mail an naturschutz@trier-saarburg.deExtra

An diesen Stellen im Trierer Land wird vor Kröten gewarnt: B 418 (Sauertalstraße), zwischen Ralinger Mühle und Wintersdorf im Bereich des Parkplatzes (Hinweisschilder) B 422, Kordel, Höhe Anwesen Schneider (Hinweisschilder) L 46, bei Kaiserhammerweiher (Hinweisschilder) L 145, zwischen Schweich und Kenn, hinter der Einmündung L145 (Hinweisschilder) K 57, Gusterath - Pluwig, vor der Einmündung K 62 (Hinweisschilder) K 64, Romika - Sommerau - Gutweiler (Hinweisschilder) Gemeindestraße: Schweicher Straße zwischen Kenn und Schweich (Hinweisschilder) Gemeindestraße Quintbach nach Zemmer (Hinweisschilder) Forstweg am Ostrand des Kaiserhammerweihers, zwischen Quint und Zemmer (Sperrung, Hinweisschilder) Straße zwischen Trierweiler und Trier - Bereich Mohrenkopf (Sperrung im Stadtbereich Trier) mai

FOTO: (h_hochw )