Amtsschiff hilft bei der Flusspflege

Amtsschiff hilft bei der Flusspflege

Die Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Saarbrücken halten die Saar, die Ufer und den Leinpfad in Ordnung. Die jüngsten Hochwasser haben Spuren am und im Fluss hinterlassen. Auch wenn diese Spuren beseitigt sind, hat das Team viel zu tun.

Saarbrücken/Schoden/Kanzem. Wieder und wieder holte die Riesenschaufel Schlamm aus dem trüben Wasser an der Güdinger Schleuse. Erst nach zweieinhalb Wochen verstummte der schaufelnde Riese. "Das jüngste Saarhochwasser hatte sehr viel Sand angespült", sagt Hans-Albert Weber.

Der Bauingenieur leitet den Außenbezirk Saarbrücken des Wasser- und Schifffahrtsamtes Saarbrücken (WSA). Es gehört zur Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) des Bundes. Die Saar zählt wie Mosel, Neckar, Rhein und Lahn zur Direktion Südwest. Weber sieht vom Büro aus die Güdinger Schleuse. Dort legen die schwarz-weißen Boote "Möwe" und "Völklingen" ab. Mit diesen Booten bugsieren Webers Leute Prähme, das sind Arbeits- und Transportschiffe, an die Ufer. Von dort reinigen sie Böschungen, stutzen sie Bäume und Büsche, die ins Wasser ragen.

"Wegen des Hochwassers haben wir noch genug zu tun. An einigen Stellen entwurzelte das Wasser Bäume", sagt Weber. Auch deshalb steht bis Mitte März Gehölzpflege an. Die 17 Wasserbauer unter Webers Kommando arbeiten vom Wasser aus. "Früher hatten wir viele Fälle von Vandalismus und Diebstahl an Bauwagen und Material. Jetzt transportieren wir Bagger, Sägen oder Kräne auf Prähmen über die Saar." Das sei sicherer.

Zur Sicherheit auf dem Fluss gehört für das WSA-Team auch, Polizei und Feuerwehr zu helfen, wenn ein Unfall geschieht. "Nach einem Chemie- oder Ölunfall kommen die schwimmenden Sperren von Feuerwehr und THW. Aber wir haben die starken Schiffe, um diese Sperren aufs Wasser zu bringen", erklärt Weber.

Auch hilft das WSA mit Männern und Material, wenn Autos in die Saar gestürzt sind. Oder wenn, wie im Dezember mit der "Centurion" geschehen, ein Schiff in der Saar sinkt.

Zwischen Saarlouis und Saargemünd kümmern sich Weber und seine Mannschaft auch um die Verkehrszeichen auf der Saar. Das sind zum Beispiel die roten und grünen "Tonnen", die das Fahrwasser begrenzen, und gelbe Tonnen für außergewöhnliche Hindernisse über und unter Wasser, wie etwa die Peniche "Erna" im Saarbrücker Osthafen. Bei Streckenkontrollen holen WSA-Teams Tonnen an Bord, die kaputt sind oder die ein Hochwasser weggetrieben hat.

Fünf Mitarbeiter bringen die Tonnen in der Werkstatt wieder in Ordnung. Auch erhalten sie, falls nötig, neue Anker aus Betonklötzen. Und die wiegen immerhin etwa eine Tonne. Auf seichtes Fahrwasser an den Ufern, etwa bei Luisenthal, weisen Baken hin: rot- oder grün-weiße Stäbe im Wasser.

"Wir hatten vorher eine umweltfreundlichere Variante aus Weiden, wie man sie auf dem Weg zu Nordseeinseln beobachten kann. Doch leider haben Biber immer wieder die Weiden angenagt", sagt Weber. Ihm und seinen Leuten wären die Weiden als ein Stück Natur im Fluss lieber gewesen. Einem Fluss, der trotz aller Technik in der Schifffahrt auch ein Stück Natur ist.

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