An dieser Mühle klappert alles

LORSCHEID. Im Tal zwischen Herl und Lorscheid liegt an der L 149 ein verkommen wirkendes Anwesen: Die so genannte Klostermühle, mit der die Ortsgemeinde Lorscheid, die Verbandsgemeinde Ruwer, aber auch die derzeitigen Eigentümer ihre Probleme haben.

Aus der Ferne wirkt die "Klostermühle" wie ein von Wald umgebener Hotelbetrieb. Doch wer sich nähert, steht vor einer von Schutt umgebenen Ruine mit leeren Fensterhöhlen. Der Zustand lässt auf einen jahrelangen Leerstand schließen, wobei - wie in solchen Fällen meist üblich - Vandalismus und blinde Zerstörungswut Einzug gehalten haben. Bewegte Geschichte seit den 60er-Jahren

Nicht nur für den Lorscheider Ortsbürgermeister Karl-Heinz Knobloch ist das Gammel-Anwesen vor dem Dorf ein Stein des Anstoßes. Fast alle in Lorscheid ärgern sich über den Anblick des Verfalls, und schon mehrfach hatte sich ein ratloser Ortsgemeinderat mit dem Thema befasst. Doch wirklich handeln können weder die Ortsgemeinde noch die Verbandsgemeinde (VG) Ruwer, denn Eigentümerin des Anwesens ist eine Trierer Immobilienfirma. Als "irreführend" bezeichnet Ortsbürgermeister Knobloch den Namen "Klostermühle". In Wirklichkeit sei das immer die ,Backesmühle' gewesen und ein Kloster habe es dort noch nie gegeben. Tatsächlich ist der Name "Klostermühle" nur eine Folge der wechselhaften Geschichte, den das Anwesen in jüngerer Zeit erlebte. 1963 hatte es der ursprüngliche Eigentümer Franz Backes an eine Interessentin aus Thomm verkauft. Die neue Inhaberin verpasste dem Gemäuer Hallenbad, Sauna sowie Gastronomie und eröffnete 1965 das Kurhaus, Restaurant und Hotel "Klostermühle". Nach zwei weiteren Besitzerwechseln wurde es 1990 zum Caritas-Übergangswohnheim für Aus- und Übersiedler. Der nächste Eigner scheiterte nach 2000 mit dem Vorhaben, dort eine Senioreneinrichtung zu schaffen. Im Rahmen eines Insolvenzverfahrens wurde die Mühle schließlich 2003 von der Trierer Immobilienfirma Baasch & Gilbers GmbH ersteigert. Knobloch: "Seither hat sich dort nichts mehr getan. Und für die Gemeinde hätte sich der Kauf der Mühle nicht gelohnt." Für ein Gemeinde- oder Vereinshaus sei das Anwesen zu groß und es liege viel zu weit außerhalb. Die Trierer Unternehmer Klaus Baasch und Gregor Gilbers sehen heute in dem rund 15 000 Quadratmeter umfassenden Grundstück mit etwa 1000 Quadratmetern überbauter Fläche eine Fehlinvestition. "Ursprünglich wollten wir am Gedanken einer Senioreneinrichtung festhalten. Aber durch die veränderte Sozialgesetzgebung erschien das nicht mehr ratsam", sagen die beiden Geschäftsführer. Sie berichten außerdem von gescheiterten Versuchen, einen Interessenten zu finden. Über Abriss und Neubauten nachgedacht

Gefragt worden seien soziale Einrichtungen, aber auch Unternehmen der Gastronomie und das private Ayurveda-Heilzentrum in der Nachbarschaft der Mühle. Baasch: "Grundsätzlich sind wir bereit, gemeinsam mit der Orts- und der Verbandsgemeinde ein Konzept im karitativen Bereich oder für den Fremdenverkehr zu entwickeln. Wir wären froh, das Anwesen wieder mit Leben zu füllen." Man wäre auch bereit, den Altbau gegen einige kleinere Neubauten zu ersetzen - etwa für eine Ferienanlage. Dazu müsse aber die Frage des bestehenden Bestandschutzes geklärt sein. Das Investitionsvolumen schätzen Baasch und Gilbers auf rund 1,2 bis 1,5 Millionen Euro. Gilbers: "Es ist ein öffentliches Interesse da, aber alleine können wir das nicht machen." Bürgermeister Bernhard Busch von der VG Ruwer zeigt sich über diese Aussagen verwundert. Busch: "Eine klassische Nebelkerzen-Aktion. Mehrfach haben wir schon versucht, mit Gilbers & Baasch Kontakt aufzunehmen, wurden aber immer wieder hingehalten. Sollte es nun zu einem Sinneswandel gekommen sein, fände ich das sehr begrüßenswert."