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An sieben Stellen landeten die Engel

An sieben Stellen landeten die Engel

Sie haben geschraubt, gehämmert, gemalt, gestaltet und organisiert: 150 Jugendliche in Ober-emmel, Karthaus, Beurig, Irsch, Serrig, Taben-Rodt und Freudenburg haben bei der 72-Stunden-Aktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) mitgemacht. Bei einigen fehlt noch etwas Geld, aber alle wuchsen über sich hinaus.

Wo die Jugendgruppen arbeiteten, war ein Schild zu lesen: Engellandeplatz. "Wie die mitdenken, Leute als Sponsoren ansprechen und anpacken, manche Jugendliche kenne ich gar nicht wieder, wie die sich ins Zeug legen", wundert sich Dominik Schnith vom Jugendnetzwerk, der Projektleiter der 72- Stunden-Aktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in Konz. Seine beiden Gruppen an der evangelischen Kirche in Karthaus und auf dem Spielplatz Oberemmel schafften fast rund um die Uhr.
"Die Ziele wurden locker erreicht", freut sich auch seine Kollegin Beatrix Leuk-Rauen von der Fachstelle Kinder- und Jugendpastoral Saarburg. In Freudenburg wurden so ganz nebenbei sogar noch 200 Euro für die Flutopfer gesammelt.

"Was hier bemalt wird, ist eine sogenannte Give-Box", erklärt die Leiterin des Dream-Teams Karthaus. Mit der großen Kiste an der evangelischen Kirche werden Gegenstände gesammelt, die Menschen nicht mehr brauchen - um anderen eine Freude zu machen, die genau das benötigen. Da musste erst mal heftig im Internet gesucht werden, denn ein Bauplan musste her. In zwei Wochen wird geschaut, ob das System funktioniert, denn es ist ja keine Schrott-Sammelstelle.

"Wir haben von Sponsoren alles bekommen, was wir für die Renovierung des Spielplatzes brauchten, bis auf 200 Euro, die noch fehlen", sagt der Leiter der Jugendgruppe Oberemmel, Martin See. Er freut sich, dass viele Eltern mitgeholfen haben, dem tristen Spielplatz wieder Farbe zu verleihen und noch einen Bouleplatz anzulegen.

"Erst waren wir ja enttäuscht, dass wir nichts Handwerkliches machen durften", verrät die Leiterin der Mädchengruppe Marienpower in Saarburg-Beurig. Mehr als 50 Rezepte sammelten die Mädels bei älteren Menschen, um daraus das Buch "Omas und Opas Lieblingsrezepte" zusammenzustellen. Eigene Bilder wurden entworfen, ebenso das Layout. Der "geschmackvolle" Band wird in 250 Exemplaren aufgelegt.

Das teuerste Projekt ist der Bau einer Schutzhütte in den Weinbergen. Bereits im Vorfeld sammelte der Jugendclub Irsch Geld für die 30 000-Euro-Aufgabe. Der Pate, Ortsbürgermeister Jürgen Haag, packte tüchtig mit an. Gruppenleiter Tobias Pütz ist stolz: "Eine solche Hütte hat uns im Dorf gefehlt, um schön grillen und feiern zu können." Sonst stehen ja nur Bänke am Wegesrand.

Bunt ging es in der Werkstatt der Lebenshilfe zu, wo die zehn Mädels der Gruppe Together Serrig Tast-, Fühl- und Klangwände für den Kindergarten produzierten. Schreiner Berthold Reinsbach half zwar dabei, aber die Entwürfe stammen alle von den Mädchen. "Wir feiern das Projekt beim Kindergartenfest", kündigt Sprecherin Lea-Sophie Karl an.

Zügig kam der Katholische Jugendclub Taben-Rodt mit seinen Aktionen voran. Eine kleine Hütte wurde auf dem Gelände der Propstey aufgestellt, die Festhütten des Sportplatzes wurden gestrichen und es wurde ein großer Beachvolleyball-Platz angelegt. "Die 1150 Euro für die Spielfeldumrandung und das Netz hat uns der Sportverein vorgestreckt", verrät der Leiter Benedict Schreiner. Bis Redaktionsschluss konnte nicht mehr festgestellt werden, ob beim Einweihungsfest so viel eingenommen wurde.

Das Jugend-Team Freudenburg hat eine neue Nestschaukel auf dem Hof der Grundschule errichtet. "Ich bin überwältigt, was die Jungs und Mädels aus dem Hof gemacht haben", sagt Schulleiterin Rita Folz erfreut. "Wir haben mit 2500 Euro geholfen", erklärt der Fördervereinsvorsitzende Stefan John. Zum Schluss kam ein Soccer-Feld hinzu, das allein 7500 Euro kostet. Dafür hat die Gruppe mit der Unterstützung ihres Paten, dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Geld bei einer Stiftung beantragt: "Als Pate bin ich sonst aber geschont worden", sagt Leo Lauer.