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Angehörige sucht verschwundene Gedenktafel aus Konzer Bestattungswald

Kriminalität : Angehörige sucht verschwundene Gedenktafel

Im Waldfrieden fehlt eine Namensplakette. Eine Frau geht davon aus, dass die Tafel gestohlen wurde.

Die Angehörige ist wütend, weil die Namenstafel von dem Baum verschwunden ist, unter dem die Urne ihres Bruders im Bestattungswald in Konz begraben ist. Sie geht davon aus, dass jemand sie absichtlich entfernt hat. Ihrem Ärger macht die Frau über Facebook in der Gruppe „Wir sind Konzer ...“ Luft. „Weißt du überhaupt, was du da für einen seelischen Schaden angerichtet hast? Ein Namensschild am Baum zu klauen, wie armselig bist du?“, schreibt sie da am Montag.

Etliche Nutzer reagieren auf den Post, der auch ein Foto des Baums ohne Plakette enthält. „Unglaublich“, heißt es in mehreren Kommentaren. Oder: „Ungeheuerlich und respektlos.“ Eine andere Nutzerin fragt: „Wie kann man eine Grabstätte so schänden?“ Eine weitere Frau bedauert die Angehörige: „Das ist furchtbar traurig. Ich verstehe nicht, warum Menschen so etwas tun.“

Auf Anfrage erklärt Frau, dass sie am Montag im Waldfrieden in Konz gewesen und entsetzt gewesen sei. „Ich dachte erst, ich stehe am falschen Baum“, sagt sie. Auf Nachfrage erklärt sie, was auf der verschwundenen Plakette stand: der Name ihres Bruders und die Daten 1965 - 2018, seien darauf vermerkt gewesen.

 Michael Naunheim, Pressesprecher im Konzer Rathaus, das den Waldfrieden verwaltet, erklärt auf TV-Anfrage: „Von Diebstählen ist uns nichts bekannt.“

Allgemein erklärt er, dass jeder Baum, der in dem Waldstück unterhalb des Roscheider Waldfriedhofs für Bestattungen festgelegt wurde,  durch entsprechende Baumplaketten markiert werde. Auf diesen Plaketten werde die Baumart und die Baumnummer vermerkt. Auf Wunsch könne zudem eine Gedenktafel angebracht werden. „Die Beschriftung und Gestaltung der Tafel kann von den Erwerbern selbst bestimmt werden“, sagt Naunheim. Diese Tafeln dürfen maximal zehn mal acht Zentimeter groß sein.  Die Plaketten – sowohl die Baumplakette als auch die persönliche Gedenktafel – würden am Baum festgeschraubt. Die Baum-Nummerierung für die Verzeichnung im Baumkataster werde mit einem Nagel am Baum befestigt.

Naunheim empfiehlt der Angehörigen die Kontaktaufnahme mit der Verwaltung oder alternativ mit der Polizei. Die Frau erklärt auf TV-Anfrage jedoch, dass sie den Vorfall bisher nicht gemeldet habe. „Da kommt sowieso nichts raus“, meint sie.

Laut Naunheim wurden im Konzer Waldfrieden bisher 338 Verstorbene bestattet. Zurzeit sind noch 232 Grabstellen frei. Naunheim: „Die Nachfrage ist konstant hoch.“