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Angeklagter gesteht bewaffneten Überfall auf Juweliergeschäft in Konz

Justiz : Angeklagter gesteht bewaffneten Überfall auf Juweliergeschäft in Konz

Erneut befasst sich das Landgericht Trier mit dem Raubüberfall in Konz, bei dem eine siebenköpfige Bande Beute im Wert von über 40 000 Euro machte.

Für zwei Verkäuferinnen eines Juweliergeschäfts an der Konzer Schillerstraße sollte der 21. September 2018 nur ein kurzer Arbeitstag werden. Er endete mit einem traumatischen Erlebnis. Am frühen Morgen betraten zwei Männer das Geschäft, Sekunden später schauten die Frauen in die Mündung einer Pistole und wurden gezwungen, sich auf dem Boden zu legen. Weil einer der Täter mit der schon aufgeschlossenen Tresortür nicht zurecht kam, wurde eine der Frauen zu dem Safe geschleift, um ihn zu öffnen. Dabei soll auch mehrfach die englische Drohung „We will kill you“ gefallen sein.

Schließlich raffte einer der Täter Schmuck und Uhren im Wert von 41 000 Euro zusammen. Zum Schluss fesselten die Männer die beiden Angestellten mit schwarzem Klebeband und verließen den Schauplatz. „Sie gingen schnell davon, aber sie liefen nicht“, sagt eine Zeugin, die nach Hilferufen aus dem Geschäft als erste bei den Tatopfern war.

Insgesamt wurden sieben Tatverdächtige ermittelt. Sechs serbischer Herkunft und ein Pole, der nur als Fahrer fungierte. Sie hatten  in den Tagen vor der Tat in der Eifel eine Ferienwohnung angemietet, wobei man in dem kleinen Ort schnell auf die merkwürdige Gruppe junger Männer aufmerksam geworden war. So auch die Vermieterin, die schließlich über alle Bewegungen ihrer Gäste Buch führte.

Einige der „Eifel-Sommerfrischler“ halten sich seit der Tat noch auf dem Balkan auf. Die Auslieferungsverfahren  laufen. Den Drahtzieher N., der die Bande aus  Brüdern und Freunden zusammengestellt hatte, galt als Hauptangeklagter, obwohl er selbst nicht aktiv am Überfall beteiligt war. Er ist schon von der Dritten Großen Strafkammer zu sechs Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der polnische Fluchtwagenfahrer B. erhielt in dem selben Verfahren drei Jahre Haft wegen Beihilfe (wir berichteten). B. war es auch, der den „unauffälligen“ Fluchtwagen gekauft hatte: Ein 18 Jahre alter, pinkfarbener Fiat Punto mit Schmetterlingsaufklebern an der Seite. „Der Wagen war Schrott und ging für 50 Euro fort. Dann hat der Käufer noch französische Kennzeichen anmontiert und war weg“, sagt der Verkäufer als Zeuge.

Bereits am 14. Oktober 2018  konnte auch A. (37) als einer der möglichen Haupttäter in Montenegro gefasst werden. Seit Montag wird ihm vor der Ersten Großen Strafkammer der Prozess gemacht.

Staatsanwalt Christian Hartwig wirft ihm vor, beim Überfall in der vordersten Reihe gestanden zu haben. Er sei es gewesen, der am 21. September 2018 die Frauen mit der Waffe bedroht habe, während sich sein Komplize S. um Tresor und Beute kümmern  sollte.

Auch gegen S. und die weiteren Verdächtigen D., K. und P.N. wird es noch  Verfahren vor dem Landgericht geben.

Gleich zum Verhandlungsauftakt macht der noch nicht vorbestrafte Angeklagte A. selbst kurzen Prozess: Er räumt den Sachverhalt ein, so wie von  Ankläger Hartwig vorgetragen. Allerdings habe er nur mitgewirkt, weil er dadurch seine Schulden bei Bandenchef  N. „abarbeiten“ wollte.

Die Vorsitzende Richterin Petra Schmitz schließt die Sitzung mit dem rechtlichen Hinweis, dass bei A. auch ein minder schwerer Fall des bewaffneten Raubes in Betracht kommen könnte.

Am Mittwoch, 18. Dezember, 9 Uhr, soll plädiert werden. Anschließend ist das Urteil gegen A. zu erwarten.