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Angestellte mit Messer bedroht - Mann überfällt Tankstelle in Karthaus​

Überfall : Angestellte mit Messer bedroht: Mann überfällt Tankstelle in Karthaus

Die Polizei sucht nach einem Tankstellenraub in Konz am Dienstagabend zwei wichtige Zeugen. Was zu dem Fall bekannt ist.

Ein bislang unbekannter Mann betrat die Tankstelle in der Brunostraße in Konz am Dienstagabend, 11. Oktober, kurz vor Geschäftsschluss, gegen 22 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt hielten sich zunächst nur die Bediensteten, ein 32 Jahre alter Mann und seine 21-jährige Kollegin, dort auf.

Wie die Tat laut den Ermittlern abgelaufen ist

Der Unbekannte sei zielgerichtet hinter den Kassenbereich gegangen und habe den 32-jährigen Angestellten aufgefordert, ihm Geld auszuhändigen, beschreibt die Polizei den Tathergang. Der Tankstellen-Mitarbeiter habe ihm das zunächst verweigert. „Daraufhin zog der Täter ein Messer und bedrohte den Angestellten aus kurzer Distanz“, erklärt die Polizei. Der 32-Jährige habe daraufhin die Kasse geöffnet. „Der Täter griff in die geöffnete Kassenschublade, entnahm die Geldscheine und entfernte sich sodann über das Tankstellengelände in unbekannte Richtung“, schildern die Ermittler das weitere Vorgehen. Bei der Tat habe der Mann vermutlich mehrere hundert Euro erbeutet. Die Bediensteten seien nicht verletzt worden und hätten unmittelbar die Polizei informiert.

Der Täter ist geflohen und immer noch flüchtig. „Die sogleich eingeleitete Fahndung der Polizei nach dem Flüchtigen verlief bisher ohne Erfolg“, erklären die Ermittler am Tag nach der Tat.

Die Täterbeschreibung

Der Täter ist laut den Geschädigten etwa 25 bis 35 Jahre alt und 1,80 bis 1,90 Meter groß. Der Mann sei schlank und habe weiße Hautfarbe. Er habe eine dunkle, schwarze oder blaue Wollmütze, schwarze Oberbekleidung – einen Kapuzenpulli oder eine Weste – sowie eine dunkle Hose getragen. Zudem habe er einen blauen Mundschutz getragen und Deutsch mit einem osteuropäischen Akzent gesprochen.

Polizei sucht Zeugen

Noch während der Tat hat laut Polizei ein zurzeit nicht bekannter Mann die Tankstelle betreten, um Waren einzukaufen. Erst nach der Flucht des Täters, als der Kunde habe bezahlen wollen, hätten die Geschädigten ihn über die Tat informiert. Der Kunde habe zuvor offenbar nicht realisiert, was sich in der Tankstelle abgespielt habe. Nachdem der Kunde bezahlt habe, habe er die Tankstelle verlassen. „Näheres ist zu dieser Person nicht bekannt“, erklärt die Polizei. Sie bittet den Mann, sich mit der Kripo in Trier in Verbindung zu setzen.

Die Polizei sucht zudem nach den Insassen eines Autos, die sich ebenfalls bei der Kripo in Trier melden sollten. Denn der mutmaßliche Täter sei unmittelbar an einem Fahrzeug vorbeigelaufen, das zum Flucht-Zeitpunkt das Tankstellengelände befahren habe. „Von der Tat dürften die Insassen keine Kenntnis haben, möglicherweise können sie jedoch etwas zum Täter und seinem Fluchtverhalten aussagen“, erklärt die Polizei. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich bei dem Fahrzeug um einen Nissan Micra gehandelt hat.

Tipps zum Verhalten bei Überfällen

Auf Nachfrage, wie sich Opfer von Überfällen in Geschäften oder Tankstellen verhalten sollten, erklärt Marc Fleischmann von der Pressestelle des Polizeipräsidiums in Trier: „Mitarbeitende sollten sich kooperativ verhalten und sich nicht durch aktive Gegenwehr oder Konfrontation in weitere Gefahr begeben, sondern den Forderungen nachkommen.“ Im Anschluss sollten sie sofort die Polizei über den Notruf 110 verständigen. Hilfreich bei den Ermittlungen sei es, wenn sich die Betroffenen möglichst viele Informationen über den oder die Tatverdächtigen einprägen könnten. Dazu gehören laut Fleischmann beispielsweise das Erscheinungsbild, markante Auffälligkeiten wie sichtbare Tätowierungen, Narben, besonders markante Kleidungsstücke, und die Fluchtrichtung.

Auf Nachfrage, welche Möglichkeiten Tankstellen oder Geschäfte haben, sich vor Überfällen zu schützen, verweist er auf das Beratungszentrum der Polizei, das unter Telefon 0651/201575-66 oder per E-Mail an Beratungszentrum.Trier@polizei.rlp.de kostenlos über technische und bauliche Sicherungsmöglichkeiten informiere. „Ich bitte um Verständnis, dass wir keine expliziten oder allgemeingültigen Empfehlungen abgeben können. Dies zum einen, um potenzielle Täter nicht auf Ihnen möglicherweise unbekannte Sicherungssysteme hinzuweisen, zum anderen, da die Möglichkeiten sich stets nach den Gegebenheiten im konkreten Einzelfall richten“, erklärt Fleischmann.

Tankstelle hat große Bedeutung für Karthaus

Für das Konzer Wohngebiet Karthaus ist die Tankstelle der einzige verbliebene Nahversorger im Viertel. Die Station hat an Wochentagen von 6 Uhr sowie am Wochenende und an Feiertagen von 7 Uhr bis 22 Uhr geöffnet. Etliche Kunden aus dem Viertel kaufen dort beispielsweise Brötchen oder Brot, weil es keinen Bäcker in Karthaus gibt. Deshalb ist die Frequenz von Fußgängern auf dem Gelände höher als an vergleichbaren Tankstellen.

Die Kriminalpolizei Trier hat die Ermittlungen wegen des Verdachts der räuberischen Erpressung übernommen und bittet Zeugen, sich unter der Telefonnummer 0651/9779-2290 zu melden.