Angsten und sein roter Schatten

KELL AM SEE. Seinen Namen wollen die Genossen zwar noch nicht verraten. Doch inzwischen steht fest: Die SPD wird einen Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde (VG) Kell am See aufstellen. Er fordert bei der Urwahl am 26. März 2006 Werner Angsten (CDU) heraus, der eine dritte Amtszeit anpeilt. Weitere Bewerber gibt es gegenwärtig noch nicht.

Wenn am 26. März 2006 Landtagswahl ist, dann entscheiden die rund 8000 wahlberechtigten Bürger in der Verbandsgemeinde Kell am See nicht nur - wie die anderen Rheinland-Pfälzer - darüber, ob die SPD mit Ministerpräsident Kurt Beck in Mainz am Ruder bleibt oder der neue Landesvater von der CDU kommt und Christoph Böhr heißt. Die Frauen und Männer in den 13 Ortsgemeinden sind an diesem Tag zudem aufgerufen, in einer Urwahl den neuen Bürgermeister der Verbandsgemeinde zu bestimmen, dessen Amtszeit acht Jahre dauert."Mitgliederversammlung nicht vorgreifen"

Derzeit deutet vieles darauf hin, dass es so wie 1998 zumindest zu einem Zweikampf um den Einzug ins Keller Rathaus kommen wird. Zur Erinnerung: Damals setzte sich Werner Angsten (CDU) mit mehr als 67 Prozent der Stimmen gegen den Zerfer Ortsbürgermeister Manfred Rommelfanger (SPD) durch. "Wir werden auch dieses Mal mit einem Kandidaten antreten", kündigt Walter Rausch an. Den Namen des Bewerbers für die Wahl in vier Monaten will der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft (AG) der SPD in der Verbandsgemeinde aber noch nicht nennen. "Wir wollen unserer Mitgliederversammlung nicht vorgreifen", sagt Rausch zur Begründung. Anfang Dezember werden alle Genossen in der Verbandsgemeinde in Schillingen zu einer Wahlkonferenz zusammenkommen. Dort wird der Vorstand der AG einen Kandidaten vorschlagen, wobei Rausch keine Überraschungen in Form eines zweiten Anwärters erwartet. "Ich gehe nicht davon aus, dass es zu einer Kampfkandidatur kommen wird." Definitiv sicher ist, dass der noch unbekannte SPD-Mann den amtierenden Rathaus-Chef Angsten herausfordern wird. "Es war für mich immer klar, dass ich erneut kandidieren werde", sagt der 57-Jährige. Angsten hat seit 1988 den Platz auf dem Bürgermeistersessel inne und peilt jetzt die dritte Amtszeit an. "Meine Aufgabe macht mir immer noch Spaß, und ich will die Dinge, die wir angestoßen haben, fortführen", betont der aus Liesenich (Kreis Cochem-Zell) stammende CDU-Politiker. Exemplarisch nennt er den Bau des Ruwer-Hochwald-Radwegs oder des Seniorenheims in Kell. Derzeit noch offen ist jedoch, ob Angsten wie 1998 als Kandidat der CDU oder als Einzelkandidat seinen Hut in den Ring werfen wird. "Ich bemühe mich aber um einen Auftrag der CDU", betont der Rathaus-Chef. "Es gibt eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass wir Angsten nominieren", sagt Klaus Marx, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbands. Die Christdemokraten wollen allerdings zunächst den Ablauf der öffentlichen Bewerbungsfrist abwarten, bevor die Mitgliederversammlung ihren Kandidaten küren wird. "Diese Nominierungskonferenz wird erst im kommenden Jahr sein", sagt Marx. Die dritte Kraft im Parteienspektrum der Verbandsgemeinde sind die Freien Wähler (FWG). "Wir werden keinen eigenen Bewerber aufstellen", betont Manfred Rauber, Fraktionssprecher der FWG im VG-Rat. Es habe jedoch noch keine internen Gespräche darüber gegeben, welchen Bürgermeister-Kandidaten die FWG unterstützen wird. Der Verzicht der FWG bedeutet indes nicht zwangsläufig, dass es lediglich bei einem Zweikampf bleibt. Mitte Dezember wird die Stelle des hauptamtlichen Bürgermeisters der VG Kell am See öffentlich ausgeschrieben. Danach, so Büroleiter Josef Nau, sind durch das Kommunalwahlgesetz die Fristen klar vorgegeben. Demnach können noch bis zum 13. Februar 2006, 18 Uhr, Wahlvorschläge bei der Verbandsgemeindeverwaltung eingereicht werden und sich Frauen und Männer melden, die sich zum Bürgermeister-Amt in Kell berufen fühlen.