Anita Kruppert weiß, was sie will

SCHWEICH. Wird Schweich nach dem 13. Juni einen neuen Stadtbürgermeister erhalten? Amtsinhaber Vitus Blang (SPD) muss sein Amt gegen die erste Beigeordnete Anita Kruppert (CDU) und den zweiten Beigeordneten Johannes Lehnert (FWG) verteidigen. Der TV sprach mit der CDU-Kandidatin.

Wie ihre beiden Mitkandidaten ist die 1941 geborene Anita Kruppert ein Kind der Stadt Schweich. 1958 trat sie bei der ehemaligen Kreissparkasse Trier eine Lehre zur Bankkauffrau an und blieb seither ihrem Arbeitgeber treu. Seit 1972 ist sie Leiterin der Personalabteilung - zunächst bei der Kreissparkasse, heute bei der Sparkasse Trier. Bis zu dieser Führungsrolle in einem zentralen Betriebsbereich erwarb sie zahlreiche Zusatzqualifikationen: Fachprüfung für den gehobenen Sparkassendienst, Diplom der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Trier und schließlich das Diplom zu Sparkassenbetriebswirtin, absolviert am Lehrinstitut für das kommunale Sparkassen- und Kreditwesen in Bonn.Arbeit und Verzicht für das Ehrenamt

Die ledige Bankerin, die mit ihrer Mutter ein gepflegtes Anwesen an der Schweicher Schillerstraße bewohnt, könnte sich also zufrieden zurücklegen. Stattdessen stürzt sie sich in die kommunalpolitische Arbeit. Ihr Amt als erste Beigeordnete der Stadt Schweich bedeutet Verantwortung, Arbeitsaufwand und Verzicht auf Freizeit. Seit über 20 Jahren ist Als Anita Kruppert CDU-Mitglied. Als sie 1998 gefragt wurde, ob sie in den Stadtrat wolle, zögerte sie nicht. "Ich habe spontan zugesagt. Ich war eine typische Seiteneinsteigerin", sagt Kruppert und schaut über ihren blühenden Garten. Und sie fügt hinzu: "Ich will, dass die CDU wieder einen Bürgermeister in Schweich stellt." Anita Kruppert - daraus macht sie keinen Hehl - fühlt sich ihrer Partei eng verbunden. Wenn das mit dem Stadtbürgermeister klappen sollte, erklärt die 63-Jährige, werde sie sich mit ihrem Arbeitgeber schon auf eine Lösung mit vorzeitigem Ruhestand verständigen können. Altersmäßig komme sie dem ja sowieso schon nahe, sagt Kruppert und fügt mit Blick auf den ungewissen Wahlausgang hinzu: "Aber man soll ja das Fell des Bären nicht verteilen, ehe er erlegt ist." Doch unabhängig davon, wie das besagte Fell nach dem 13. Juni verteilt werden sollte - die Prioritäten der Schweicher Stadtpolitik stehen für Kruppert auf jeden Fall fest. "Der Ermesgraben als Neubaugebiet liegt mir besonders am Herzen. An dem haben sich schon drei Bürgermeister vergebens versucht", betont sie. Doch was lange währt, könnte auch einmal gut werden. Schweich benötige dieses attraktive Baugebiet zur weiteren Entwicklung ebenso wie andere zukunftsweisende Projekte. Damit gemeint seien der Ausbau des Moselvorlandes - "ebenfalls eine unendliche Geschichte" - und die Verbesserung des Innerorts-Bildes, worauf sie ständig angesprochen werde. Kruppert: "Besonders am Herzen liegt mir auch die Zukunft des Winzerkellers, der nun zum Verkauf ansteht. Das ist vielen Schweichern ein Anliegen - man müsste mit den Vereinen darüber sprechen." Doch wie die Wahl auch ausgeht, ihren Hobbys Wandern, Radfahren, Skifahren und Gymnastik will die sportliche 63-Jährige und langjährige Vorsitzende der Eifelvereins-Ortsgruppe Trier nicht Lebewohl sagen. "Auch im Ruhestand werde ich die Hände nicht in den Schoß legen", lautet eben ihr Motto. Morgen: Der Titelverteidiger - TV -Gespräch mit Stadtbürgermeister Vitus Blang.