Anklage gegen Macher des Projekts Dorf Hochwald in Hermeskeil

Hermeskeil · Die Staatsanwaltschaft Trier hat wegen Betrugs Anklage gegen die Verantwortlichen des gescheiterten Tourismus-Projekts Dorf Hochwald an der früheren Hochwald-Kaserne erhoben.

Das Projekt Dorf Hochwald ist gescheitert. Das bedeutet aber nicht, dass das Ziel einer touristischen Nutzung der früheren Hermeskeiler Kaserne aufgegeben wird. Es gibt für die Ex-Garnison einen neuen Käufer. TV-Foto: Axel Munsteiner

Wie der Leitende Oberstaatsanwalt Peter Fritzen am Dienstag auf Anfrage von volksfreund.de sagte, richten sich die Vorwürfe gegen den Geschäftsführer der Dorf Hochwald Kommanditgesellschaft.

Ein Mitgesellschafter wird wegen Beihilfe zum Betrug angeklagt. Die Macher der Dorf Hochwald-Gesellschaft wollten aus der Ex-Garnison für 25 Millionen Euro eine Hotel- und Freizeitanlage mit bis zu 1000 Betten machen. Die Gesellschaft musste aber im Frühjahr 2011 Insolvenz anmelden. Sie hatte bis dahin, dem Bund als Eigentümer des Militärgeländes, nicht einmal den vereinbarten Kaufpreis von 1,6 Millionen Euro gezahlt.

Die Strafverfolgungsbehörde begründet ihre Anklage damit, dass die Beschuldigten Verträge mit zwei Auftragnehmern geschlossen habe, "obwohl die Finanzierung des Projekts nicht gesichert und die Zahlung der Honoraransprüche der Auftragnehmer nicht gewährleistet war".

Die beiden Firmen hätten anschließend umfangreiche Architekten- und Ingenieurleistungen erbracht. Ihre später ausgestellten Rechnungen wurden aber von den Beschuldigten nicht bezahlt. Laut Staatsanwaltschaft belaufen sich die offenen Forderungen auf insgesamt 800 000 Euro. Das nach der Anklageerhebung zuständige Landgericht Trier hat über die Eröffnung des Hauptverfahrens bisher noch nicht entschieden. Daher steht auch ein Verhandlungstermin noch nicht fest.

Die frühere Hermeskeiler Kaserne wurde nach dem Scheitern des Dorf Hochwald-Projekts im Frühjahr 2011 an die private Immobiliengesellschaft Viresca mit Sitz in Treis-Karden (Kreis Cochem-Zell) verkauft.