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Anlieger und Polizei klagen über Autofahrer im Tälchen Konz-Obermennig.

Konz-Obermennig : Anwohner und Polizei klagen über Autofahrer im Konzer Tälchen

Die Ortsdurchfahrt in Konz-Obermennig, die L 138, ist zurzeit stellenweise gesperrt. Eine Baufirma braucht den Platz, um das Neubaugebiet Hinter Mennig zu erschließen, in dem elf Baugründstücke entstehen sollen.

Eigentlich sollte die Sperrung vom 19. bis zum 30. April dauern. Nun dauert es vermutlich bis zum 12. Mai. Der Grund dafür laut Konzer Verwaltung: zusätzliche Arbeiten für die Wasserversorgung und erschwerte Arbeit durch die problematische Zusammensetzung des Bodens. 

Doch die Verschiebung des Zeitplans ist nicht die einzige Veränderung an dieser Stelle: Die Straße Im Hanfgarten galt zunächst als Umleitung für den Verkehr im Konzer Tälchen. Das hat zum Beispiel Ortsvorsteher Dieter Klever über Facebook kommuniziert. Inzwischen läuft die offizielle Umleitung nun laut Polizei weiträumig über die L 139 zur B 268 und dann Richtung Niedermennig oder Konz. Die Straße Im Hanfgarten darf nicht mehr befahren werden.  Bei einigen Autofahrern führt das zu Unmut. Diesen lassen sie teilweise auf Facebook ab, wo sie sich über große Umwege und die angebliche Empfindlichkeit einiger Anwohner beklagen.   

Harald Lahr, Leiter der Polizeiinspektion Saarburg, stellt sich hingegen hinter die Anwohner. Er erklärt, dass das gesamte Wohngebiet nur für Anlieger freigegeben sei. Autofahrer ohne Anliegen dürften nicht durchfahren. Ein Besuch bei einem Bewohner der Straße ist laut Polizei ein legitimes Anliegen.

Trotz der Vorgaben sind so viele Autofahrer ohne Anliegen durch die Straße gefahren,  dass sich einige Anwohner darüber beschwert haben. „Die Polizei hat wiederholt die Durchfahrt in Obermennig kontrolliert, ohne dass der Verkehr dadurch spürbar abgenommen hat“, sagt Lahr. Etwa 150 Autos seien überprüft, und etliche Verwarnungen ausgesprochen worden. Die Beamten hätten festgestellt, „dass viele Autofahrer die aufgestellten Verkehrszeichen offensichtlich nur als „bessere Empfehlung“ wahrnehmen und keine Verpflichtung sehen, sich daran zu halten“.

Das ganze sei offensichtlich auf die mangelnde Bereitschaft der Verkehrsteilnehmer zurückzuführen, bestehende Regelungen zu akzeptieren. „Mit welcher Ignoranz an den Verbotsschildern vorbeigefahren wird, ist schon erschreckend“, betont Lahr. Wer sich nicht an das Durchfahrtsverbot halte und erwischt werde, müsse mit einem Bußgeld von 20 Euro rechnen.

Der PI-Leiter sieht kein punktuelles Problem in Konz-Obermennig, sondern ein allgemeines an baustellenbedingten Sperrungen. Diese seien meist für den Anliegerverkehr freigegeben. „Einige Fahrzeugführer haben jedoch nur ein einziges – nicht anerkanntes – Anliegen: Sie ignorieren die bestehende Beschilderung um die längere Umleitung zu umgehen“, sagt Lahr. „Die vorher kaum genutzte Straße wird dadurch zur gefühlten Durchgangsstraße.“

Die Anlieger beklagten sich zurecht – auch weil die Straßen als Ortsstraße teilweise sehr eng und nicht für den Durchgangsverkehr ausgebaut seien.