Anonym das Klagelied angestimmt

BONERATH/WALDRACH. (f.k.) Zu Gerüchten und Spekulationen hat eine Mitteilung im Amtsblatt der Verbandsgemeinde (VG) Ruwer geführt. Bürgermeister Bernhard Busch bittet darin einen anonymen Briefeschreiber aus Bonerath, sich doch zu "outen" und zu einem Gespräch in Waldrach vorbeizuschauen.

Bekanntlich wurde Bonerath in jüngerer Zeit von heftigen kommunalpolitischen Böen und Turbulenzen geschüttelt: Innerhalb kurzer Zeit quittierten zwei Ortsbürgermeister ihre Ämter. Der erste Amtsinhaber musste gehen, und seine Nachfolgerin warf nach einigen Monaten aus eigenen Stücken das Handtuch. Die Nachfolge ist noch offen - doch bis zum 3. September muss über eine Neuwahl entschieden sein. Diese Frist ergibt sich aus der Gemeindeordnung (der TV berichtete). Inzwischen ist in Bonerath ein wenig Ruhe eingekehrt. Doch die Geschehnisse sind keineswegs vergessen. Anlass zu neuen Spekulationen war deshalb eine kurze Mitteilung in der jüngsten Ausgabe des Amtsblatts der VG Ruwer. Darin schreibt Bürgermeister Bernhard Busch: "Mich hat ein anonymes Schreiben eines ,Bürgers aus Bonerath‘ erreicht. Darin werden im Zusammenhang mit der anstehenden Neuwahl des Ortsbürgermeisters eine Reihe von unbegründeten Vermutungen und falschen Behauptungen aufgestellt. Leider ist es mir nicht möglich, dem Absender konkret zu antworten. Ich wäre jedoch dankbar, wenn der- oder diejenige sich noch einmal bei mir melden könnte."Briefeschreiber fordert neuen Gemeinderat

Es bestehe keinerlei Grund, eine Meinung anonym zu äußern, schreibt Busch weiter. Gegebenenfalls könne auch gerne Vertraulichkeit zugesichert werden. Hatte sich ein "namenloser" Bonerather vielleicht über die "Qualitäten" eines möglichen Ortsbürgermeister-Kandidaten ausgelassen? Oder wollte er den Verwaltungs-Chef in Waldrach über "neue Hintergründe" informieren? Weder das eine noch das andere sei der Fall, erklärt Bürgermeister Busch auf Anfrage. Vielmehr kritisiere der anonyme Schreiber das Verhalten des Verwaltungs-Chefs im Falle "Bonerath". Busch sagt: "Er wirft mir einerseits vor, die inzwischen zurückgetretene Ortsbürgermeisterin nicht ausreichend unterstützt zu haben. Andererseits hätte ich nach seiner Auffassung auf einen Wechsel des gesamten Ortsgemeinderats drängen sollen." Den Vorwurf, die Amtsinhaberin nicht hinlänglich unterstützt zu haben, weist Busch zurück. Und zur Frage einer Neubesetzung des Gemeinderates verweist er auf die rechtlichen Gegebenheiten. Ortsbürgermeister und Ortsgemeinderat seien zwei getrennt gewählte kommunale Organe, die nicht miteinander verknüpft werden könnten. "Um den Bonerather Gemeinderat neu wählen zu können, müssten alle sechs Ratsmitglieder und alle 13 Ersatzkandidaten, die bei der jüngsten Kommunalwahl eine Stimme erhielten, zurücktreten oder ihren Verzicht erklären." Bürgermeister Busch glaubt übrigens nicht, dass sich der anonyme Schreiber dennoch bei ihm melden wird.