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Anspruchsvolle Seitensprünge mit Ausblick

Anspruchsvolle Seitensprünge mit Ausblick

Der Wandertourismus in der Region boomt. Immer mehr Touristen wandern entlang der Mosel und der Saar sowie quer durch den Hunsrück. Diesen Samstag, 26. September, wird der Saar-Riesling-Steig bei Ockfen eingeweiht. Eine Woche später folgt der Karlskopf-Panoramaweg bei Pellingen.

Konz/Wiltingen/Ockfen. Es regnet. Die Wolkenschwaden ziehen durch das Saartal. Vom Bismarckturm aus ist der Fluss nicht mehr zu sehen. "Sonst hat man von hier oben einen fantastischen Blick ins Tal", sagt Stefanie Koch. Für die Geschäftsführerin der Saar-Obermosel-Touristik ist der Aussichtspunkt einer der Höhepunkte des Saar-Riesling-Steigs, der am Samstag, 26. September, 10 Uhr, am Angelweiher in Ockfen erstmals offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt wird.
Rund ein Jahr lang haben Wanderexperten der Region die 18 Kilometer lange Wanderung geplant, trassiert und ausgeschildert. Die Rundwanderung führt vom Angelweiher zum Bocksteinfels, über den Aussichtspunkt Heppenstein zum Bismarckturm und weiter zu den Aussichtspunkten Schleidkreuz und Schodener Berg. Von dort aus geht es zurück zum Ausgangspunkt. Koch liebt außer dem Bismarckturm auch den Streckenabschnitt durch die Weinberge im Ockfener Bockstein, den von oberhalb des Westwallbunkers in Wiltingen auf den nicht kanalisierten Saarabschnitt bei Kanzem sowie das Hochplateau am Geisberg.
Gerd Benzmüller ist die Runde schon vor einigen Tagen vorab gelaufen. Der Ockfener Ortsbürgermeister schildert über das soziale Netzwerk Facebook seine ersten Eindrücke: "Der Steig ist nichts für Weicheier. Er ist sehr anspruchsvoll. Wer einen Spaziergang erwartet, sollte nach Mallorca fahren." Der Seitensprung biete immer wieder überraschende Ausblicke in die Täler. Mit 670 Höhenmetern sei die Tour als schwer einzustufen, die dem Wanderer einiges an Kondition abverlange.
Die Kosten von rund 18 000 Euro für den neuen Seitensprung (siehe Extra) wurden zu 65 Prozent mit Mitteln der Europäischen Union und des Landes finanziert. Den restlichen Betrag haben sich die drei am Steig beteiligten Gemeinden Ockfen, Schoden und Wiltingen geteilt.
Eine Woche später, Samstag, 3. Oktober, wird um 10 Uhr in Pellingen am Sportplatz der Karlskopf-Panoramaweg eröffnet. Dieser elf Kilometer lange Seitensprung führt von Pellingen zur Kappelle Oberemmel, von dort zum Gipfelkreuz des Karlskopfes, weiter zum Aussichtspunkt Konzer Tälchen und zum Höthkopf, bevor es zurück an den Ausgangspunkt geht. Die Tour wird als mittelschwer eingestuft.
An den Kosten von rund 10 000 Euro haben sich ebenfalls die Europäische Union und das Land zu 65 Prozent beteiligt. Die Gemeinden Pellingen und Konz haben den restlichen Betrag anteilig finanziert.
Die Eröffnung der beiden Seitensprünge ist für Stefanie Koch ein klares Signal dafür, dass die Region von den Wanderern angenommen werde. Mit dem Wehrer Rosenberg gebe es in den Verbandsgemeinden Konz und Saarburg jetzt drei Seitensprünge und zwei Traumschleifen (die Nummer 111 in Mannebach sowie den Felsenpfad in Kastel-Staadt). "Die Rundwanderwege sind eine ideale Ergänzung zu den Fernwanderwegen Moselsteig und Saar-Hunsrück-Steig, da sie Touristen anlocken und dazu animieren, länger in der Region zu bleiben", sagt die Touristikerin.Extra

Seitensprünge heißen die Rundwanderungen, die eine Anbindung zum Fernwanderweg Moselsteig haben; Traumschleifen die Touren, die den Saar-Hunsrück-Steig ergänzen. Das Deutsche Wanderinstitut in Marburg prüft jeweils die Streckenführung und erteilt, wenn sie den geforderten Kriterien entspricht, ein Prädikat als Premiumwanderweg. In die Bewertung solcher Wege fließen insgesamt 34 Kriterien ein, beispielsweise die Wegeführung, der Belag, die Aussicht, die Flora, Gasthäuser und die Markierung der Route mit ein. Durchschnittlich muss eine Rundwanderung mit 40 Punkten bewertet sein, damit sie als Premiumwanderweg klassifiziert wird. itz