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Antrittsbesuche und Stühle rücken

Antrittsbesuche und Stühle rücken

TRIER. Seit 2. Januar sitzt Günther Schartz, ehemaliger Bürgermeister der Verbandsgemeinde Saarburg, auf einem neuen Chefsessel. Wie es sich als Landrat und Chef von insgesamt 400 Mitarbeitern nach den ersten Tagen "anfühlt", hat er dem TV erzählt.

Ihre zweite Woche im neuen Amt als Landrat liegt hinter Ihnen. Wie sind Ihre ersten Eindrücke? Günther Schartz: Es ist einfach alles noch neu. Das ist das Gefühl, das überwiegt. Umfeld, Aufgaben und Personen sind anders. Bisher war man in einer sicheren Situation, wusste jeden einzelnen Mitarbeiter einzuschätzen. Ich bin im Moment noch in der Sondierungsphase. Man merkt, dass auch die Mitarbeiter gespannt sind. Haben Sie sich in irgendeiner Weise auf das neue Amt vorbereitet oder ist das angesichts der völlig anderen Aufgaben gar nicht möglich?Schartz: Ich habe mir vorher die Geschäftsverteilung im Haus näher angeschaut. Eine große Vorbereitungszeit gab es allerdings nicht, da ich ja noch bis Ende Dezember in Saarburg an meinem Arbeitsplatz war. Dann räumt man das eine Büro aus und das andere ein und ist irgendwie auch sofort drin in der neuen Aufgabe. Wenn ich noch ein paar Tage Zeit habe, stehe ich mittendrin. Empfinden Sie die "Ära Groß" eher als schweres Erbe oder als Chance?Schartz: Unter meinem Vorgänger gab es gewisse Abläufe, und Richard Groß hatte seine Art, mit den Menschen umzugehen. Da hat jeder seinen eigenen Stil. Ich bin jedoch der Meinung, das erreichen zu können, was auch er geschafft hat. Anderenfalls würde ich mir die Messlatte ja selbst unendlich hoch legen. Ich glaube schon, mich auf das Handwerkszeug verlassen zu können, das ich mir innerhalb der elf Jahre in Saarburg angeeignet habe. Wie sahen Ihre ersten Arbeitstage aus?Schartz: An meinem ersten Tag, dem 2. Januar, hatte ich noch ein Gespräch mit Dr. Groß, habe mich zunächst auch im Büro orientiert. Dann fing eine ganze Reihe von Antrittsbesuchen an, etwa im Wirtschaftsministerium, bei unserem Bischof oder der Entsorgungs-GmbH ART. In den ersten drei Wochen möchte ich eigentlich die Besuche bei den Menschen gemacht haben, mit denen ich regelmäßig zu tun haben werde. Danach geht es mit den Gesprächen mit unseren Mitarbeitern im Haus weiter. Was sind Ihre vorrangigen Ziele?Schartz: Ich werde mir verschiedene Projekte anschauen, beispielsweise die Umstellung der kommunalen Haushalte auf das kaufmännische System der doppelten Buchführung. Außerdem gibt es bei uns im Haus ein Personal-Entwicklungskonzept, mit dem ich mich näher vertraut machen muss. So schnell wie möglich wollen wir auch das Thema Bürgerdienste in der Kreisverwaltung aufgreifen. Da gibt es schon konkrete Ansätze, wie man bei uns die Anlaufstelle für Bürger optimieren kann. Wie sehen die längerfristigen Ziele aus?Schartz: Da halte ich mich zunächst etwas bedeckt. Generell wird es mir aber sicher darum gehen, das Leistungsspektrum im Kreis Trier-Saarburg mit den Verbandsgemeinden zu überprüfen. Das bedeutet, zu schauen, ob man in Kooperation mit den Verbandsgemeinden Leistungen stärker vor Ort anbieten kann. Holen Sie sich Rat bei Ihrem Vorgänger?Schartz: Es wäre vermessen, das nicht zu tun. Das Angebot von Richard Groß dazu besteht. Was werden Sie mit Sicherheit anders machen als Ihr Vorgänger?Schartz: Das ist schwierig zu sagen. Ein Ziel habe ich mir allerdings gesetzt und das ist, zu versuchen, dass die Kreistags- und Ausschuss-Sitzungen straffer werden. Bislang für eine, nun für sieben Verbandsgemeinden (VG) zuständig - wie wollen Sie in die sechs Ihnen weniger vertrauten VG "eintauchen"? Schartz: Ich plane für Anfang Februar eine Bürgermeister-Runde und möchte künftig auch an Ortsbürgermeister-Besprechungen teilnehmen, um deren Problempunkte kennen zu lernen. Müssen Sie sich die VG Saarburg nun ein bisschen "abgewöhnen"?Schartz: Ich werde natürlich für den gesamten Kreis da sein, halte mich in Saarburg im Moment bewusst zurück. Da will ich auch künftig sehr drauf achten. * Das Gespräch führte TV-Redakteurin Susanne Windfuhr